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© Petra/stock.adobe.com
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15.04.2026

GdP im NDR:
„Zielscheibe Polizei – Pöbeln, Hass und Gewalt"

Gewalt gegen Polizeibeschäftigte

Die NDR-Sendung „KLAR“ hat in ihrer ersten Ausgabe des Jahres jüngst die alarmierende Zunahme von Hass, Bedrohungen und Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten behandelt. Unter dem Titel „Zielscheibe Polizei: Pöbeln, Hass und Gewalt“ zeigt das Format auf drastische Weise, welchen verbalen und körperlichen Angriffen Polizeibeschäftigte tagtäglich ausgesetzt sind.

Der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke erklärt dazu: „Was unsere Kolleginnen und Kollegen erleben, ist beschämend für unsere Gesellschaft. Wenn der Satz ‚Scheiß Bulle‘ oder gar Morddrohungen zum Alltag gehören, dann läuft etwas fundamental falsch. Diese Menschen stehen jeden Tag zwischen den Fronten – für Sicherheit, für Demokratie und für den Schutz anderer.“ Niemand dürfe zum Ziel von Hass werden, weil er Verantwortung übernehme.

Wortlaut: „Mir erzählen Polizisten mit viel Dienstzeit und jahrelanger Erfahrung: Früher war das anders. Da galt das Wort des Polizisten, dann war Ruhe. Und heute erleben wir ganz andere Situationen. Wir haben auch Alltagssituationen, in denen Menschen sich bei einer Familienstreitigkeit auch zusammentun, und auf einmal gegen die Polizei sind. Also kurzum: Einige Gruppierungen, Milieus, kann man nachsagen, dass sie die Polizei hassen. Und bei anderen ist es teilweise so stimmungsabhängig.“

Das Bundeskriminalamt registrierte allein im Jahr 2024 über 106.000 Opferfälle unter Polizeikräften – eine Zahl, die laut der GdP nur die sichtbare Spitze des Eisbergs darstellt. Jochen Kopelke fordert daher mehr Prävention, bessere Einsatzvorbereitung sowie konsequente Strafverfolgung bei Angriffen und Respektlosigkeiten gegenüber Einsatzkräften.

„Wir müssen die Polizei als Spiegel unserer Gesellschaft begreifen. Wer Polizistinnen und Polizisten beleidigt oder attackiert, greift das Fundament von Sicherheit und Zusammenhalt an. Es braucht klare Grenzen, deutliche Urteile und vor allem Solidarität — gerade in der Politik und den Medien“, betont Kopelke.

Die GdP appelliert zugleich an alle Polizeibeschäftigten, offen über ihre Erlebnisse zu sprechen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die psychische Belastung zu groß wird. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bestätigen: die seelischen Folgen von verbaler und körperlicher Gewalt reichen oft weit über den Moment hinaus. „Als Gewerkschaft stehen wir solidarisch hinter jeder Kollegin und jedem Kollegen. Niemand soll sich dafür schämen müssen, wenn der Dienst auch Spuren hinterlässt. Wir lassen niemanden allein“, unterstreicht Kopelke. 

Und Hagen Husgen, im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand zuständig für die Bereiche Arbeits- und Gesundheitsschutz, ergänzt: „Angriffe und Beleidigungen können massive Folgen für die psychische Gesundheit haben. Hier verlangen wir von den Chefs der Innenressorts bessere Angebote für betroffene Kolleginnen und Kollegen."

GdP-Chef Kopelke betont abschließend: „Polizeibeschäftigte verdienen Anerkennung statt Anfeindung, Schutz statt Spott und Menschlichkeit statt Hass.“

© NDR/KLAR - Screenshot
NDR/KLAR - Screenshot
„Wer Polizistinnen und Polizisten beleidigt oder attackiert, greift das Fundament von Sicherheit und Zusammenhalt an. Es braucht klare Grenzen, deutliche Urteile und vor allem Solidarität – gerade in der Politik und den Medien.“
Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP)
Die Sendung in der ARD-Mediathek