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01.07.2026

AfD-Parteitag in Erfurt:
GdP-Chef zu Funke Medien – Sorge vor aufgeladener Stimmung

Demonstrationen Extremismus Gewalt gegen Polizeibeschäftigte

GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke stand den Zeitungen der Funke Mediengruppe für eine Einschätzung mit Blick auf den am kommenden Wochenende stattfindenden AfD-Bundesparteitag in Erfurt Rede und Antwort. Alles deute auf einen massiven Polizeieinsatz hin. Warum sein Bauchgefühl nicht gut sei, erläuterte er Funke-Redakteur Christian Unger.

Die Gegner der AfD mobilisieren Kopelke zufolge bundesweit und erzielen damit große Resonanz. Das Anti-AfD-Bündnis sorge ferner für eine starke Emotionalisierung. Zudem verleihe die AfD dem Treffen durch den Tagungsort Thüringen – 100 Jahre nach dem Parteitag zur Neugründung der NSDAP in Weimar – eine hohe symbolische Bedeutung. Diese Gemengelage steigere Wut und Entschlossenheit der Gegendemonstranten und lasse eine Eskalation der Proteste befürchten.

„Die Polizei sucht den Dialog mit friedlichen Demonstrierenden. Gegen Gewalttäter wird sie jedoch mit Härte vorgehen. Meine Befürchtung ist, dass die AfD Bilder von Gewalt gegen Polizisten nutzen wird, um sich Seite an Seite mit der Polizei als Opfer zu inszenieren. Das darf nicht passieren."

Die Thüringer Polizei, so der GdP-Chef, rechne derzeit mit bis zu 50.000 Protestierenden in Erfurt. Die Zahl gewaltbereiter Teilnehmender werde auf rund 2.000 bis 2.500 Personen geschätzt. Die linksextremistische Szene hatte bereits zu gewaltsamen Aktionen aufgerufen. Ausgehen müsse man auf polizeilicher Seite von Sabotage, Straßenblockaden sowie Angriffen auf Einsatzkräfte und Parteitagsdelegierte. Besonders besorgniserregend ist nach Auffassung des Gewerkschafters die mögliche Sogwirkung gewaltbereiter Gruppen auf friedliche Demonstrierende. Kopelke: „Zusätzliche Aufrufe zu Straßenblockaden, auch aus dem demokratischen Parteienspektrum, können die Lage weiter verschärfen.“

Für den Einsatz sind nach GdP-Angaben mehrere Tausend Polizeikräfte aus dem gesamten Bundesgebiet vorgesehen. Es bestehe jedoch stets das Risiko, dass unterstützende Länder vorab zugesagte Einsatzkräfte wegen eigener Lagen kurzfristig zurückhielten. Die Belastungen der Bereitschaftspolizeien hätten in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Die Personalstärke stagniere oder werde sogar aufgrund von krankheitsbedingten Abwesenheiten geringer.

Kopelke will keinen Zweifel daran lassen, dass die Polizei im gesamten Einsatz ihrer politischen Neutralität nachkommen wird. Für individuelle politische Agenden und Aussagen bleibe dabei kein Raum.

Zugleich betonte er, viele Polizistinnen und Polizisten sähen sich dem Schutz der Verfassung verpflichtet und stünden der AfD deshalb kritisch gegenüber. Seine Gewerkschaft habe beschlossen, keine AfD-Mitglieder aufzunehmen, ohne dass dies zu einer Austrittswelle geführt habe.

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GdP/Kay Herschelmann
„Das Demonstrationsgeschehen hat sich in den vergangenen Jahren vervierfacht.  Die Weltpolitik wirkt sich unmittelbar auf die Polizei in Deutschland aus. Gleichzeitig führen permanente 18-Stunden-Einsätze langfristig zu mehr Krankmeldungen.“
GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke