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© kebox - stock.adobe.com
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22.09.2026

@rtus - neues Vorgangsbearbeitungssystem beschäftigt die Polizei

Mit @rtus führt die Polizei Rheinland-Pfalz ein neues Vorgangsbearbeitungssystem ein. Es löst das seit Jahrzehnten genutzte System POLADIS ab. Ziel der Einführung ist eine moderne und möglichst einheitliche Vorgangsbearbeitung über Ländergrenzen hinweg.

Auch andere Bundesländer und die Bundespolizei arbeiten bereits mit @rtus. Dabei wird grundsätzlich dieselbe Softwareversion genutzt. Unterschiede können sich jedoch durch landesspezifische Konfigurationen, organisatorische Vorgaben und unterschiedliche Arbeitsabläufe ergeben. Für Rheinland-Pfalz muss deshalb sichergestellt werden, dass die konkrete Ausgestaltung von @rtus zu den Anforderungen der polizeilichen Praxis passt.

In Rheinland-Pfalz wurde die Einführung von @rtus durch ein eigenes Projekt intensiv vorbereitet und begleitet den Einführungsprozess weiterhin. Das Projekt ist am Ende nicht die Entscheidungsebene und somit nicht zwingend für einzelne Entscheidungen verantwortlich. Aus Sicht der GdP geht es nicht darum, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, sondern konstruktiv die anstehenden Herausforderungen zu meistern. 

In verschiedenen Präsidien ist @rtus bereits im Echtbetrieb und naturgemäß tauchen Fragestellungen aus der Praxis auf. Mit diesen Herausforderungen gehen die Behörden unterschiedlich um. Eingeführt wurde das System bereits im Landeskriminalamt sowie in den Polizeipräsidien Westpfalz, Rheinpfalz und Koblenz. Im Polizeipräsidium Mainz erfolgte die Einführung in dieser Woche. Die Einführung eines Chatbot, eines Kompetenz- oder Kernteams auf Präsidialebene und der Austausch der Kolleginnen und Kollegen soll die Probleme auflösen und das System benutzerfreundlicher machen. 

Ursprünglich sind die Behörden mit der Einführung unterschiedlich umgegangen, mittlerweile ist es so, dass wöchentlich Behördensprechstunden mit dem Projekt stattfinden, um den @rtus-Rollout zu verbessern und offene Fragen zu klären.

Neben den technischen Schwierigkeiten werden Änderungen in der Bedienung festgestellt. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei der Einführung eines neuen Systems Dinge anders abgearbeitet werden als vorher. Darum geht es nicht. 

Aus mehreren Behörden erreichen uns Rückmeldungen, dass die Umstellung im laufenden Dienst zu spürbaren Mehraufwänden führt: Sachverhalte binden mehr Zeit, Mehrarbeit fällt an und die Einführung in der Haupturlaubszeit hat die Lage in den Schichten zusätzlich verschärft. 

Bei der Beschulung zum neuen System ist die Entscheidung getroffen worden, dass ein „Einheitslehrgang“ konzipiert wird, der über alle Zielgruppen ausgerollt wurde, egal welche Bedarfe in der Praxis (Sachbearbeiter, Dienstgruppenleitung, Geschäftszimmerbeschäftigte, etc.) bestehen. Er sieht zwei Tage an der Hochschule der Polizei vor, alle weiteren Beschulungsbedarfe finden im Rahmen des Selbststudiums auf dem Bildungsserver statt. Die Vergütung dieses Eigenstudiums wird in den Präsidien unterschiedlich gehandhabt. In weiten Teilen des Landes sollen die Kolleginnen und Kollegen dieses Eigenstudium im laufenden Dienst leisten. 

Bei allen kritischen Feststellungen werden wir zukünftig mit @rtus arbeiten müssen. Deshalb geht es darum, praktikable Lösungen zu finden, die zeitnah funktionieren und die Kolleginnen und Kollegen tatsächlich entlasten. 

Die Frage der Beschulungsvergütung ist aus Sicht der GdP einfach zu lösen. Eine Gutschrift von 24 Stunden bei allen Mitarbeitenden in allen Ebenen wäre ein deutliches Zeichen. Damit wird die Beschulung nicht qualitativ verändert, die Kolleginnen und Kollegen werden aber mit der Frage des Eigenstudiums nicht allein gelassen. 

Die Einführung des Chatbot ist ein guter Ansatz der dringend ausgebaut werden muss. Dieses System könnte zeit- und ortsunabhängig Lösungen zu vielen Themen liefern. Dazu ist es erforderlich, dass der Chatbot mit sämtlichen Dokumenten und allen Fragestellungen und Antworten aus den Erfahrungen der Praxis gefüttert wird. 

© Kay Herschelmann
Kay Herschelmann
@rtus wird das System POLADIS ablösen. Es muss gelingen, die Kolleginnen und Kollegen bei der Umstellung bestmöglich zu unterstützen! Unser Vorgangsbearbeitungssystem soll die Arbeit erleichtern, nach einer Anlaufphase muss diese Erleichterung auch spürbar sein.
Ingo Schütte, stellvertretender Landesvorsitzender