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13.01.2026

Transatlantische Zusammenarbeit ist viel mehr als ein „Nice to have“

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen folgte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke, auch in seiner Funktion als Vorsitzender der europäischen Polizeigewerkschaft EU.Pol, einer Einladung nach Übersee. Ziele der winterlichen Reise waren New York und New Jersey. Die jeweiligen US-amerikanischen Sicherheitsbehörden erwiesen sich als zuvorkommende und fachlich versierte Gastgeber.

Für den Deutschen und Europäer öffneten sich Türen, die tiefe Einblicke in die tägliche Realität der dortigen Polizeiarbeit ermöglichten, etwa durch Mark Genatempo vom Rutgers University Miller Center. Das Miller Center legt seinen Schwerpunkt darauf, vornehmlich vulnerable Glaubensgemeinschaften dabei zu unterstützen, ihre Sicherheit und ihre Stellung in der Gesellschaft zu stärken. Grundsätzlich sollen deren Beziehungen zu Strafverfolgungsbehörden, zu anderen staatlichen Stellen sowie zu anderen gefährdeten Gemeinschaften verbessert werden.

 

Beeindruckt zeigte sich Kopelke vom Colonel’s Conference Room der New Jersey State Police. Ebenso wurde er im Regional Operations Intelligence Center (ROIC) empfangen. Dort finden landesweite Lagebriefings mit hunderten Behörden statt. Übrigens: In der State Police Academy wird im Gegensatz zu landläufigen Meinungen durchaus streng und hart ausgebildet. Zentrale Motive dabei sind Resilienz, Führung und Verantwortung.

Als spannend empfand der Gewerkschafter die Stippvisite im modernen Elizabeth Police Department, unweit des in New Jersey gelegenen Flughafens Newark. Giacomo Sacca leitet die Behörde. Für mich, sagte Kopelke, wurde greifbar, wie sich moderne, demokratisch verankerte Polizeiarbeit heutzutage darstellt. Der Einsatz von Drohnen, Live-Video-Systemen und intelligenter Software zur Lageauswertung zeige, wie zeitgemäße Technologie sowohl Transparenz als auch Einsatzsicherheit und Verhältnismäßigkeit zugleich stärken kann.

Weitere Programmpunkte der Reise waren der Austausch mit örtlichen Polizeigewerkschaften zu Gesundheitsthemen, Streiks und dem Rechtsschutz.

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„To those who fell and to those who carry on may we never forget“
FDNY Memorial Wall 
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EU.Pol-Chef Jochen Kopelke konnte auch die Ausstattung der Polizei in New Jersey besichtigen. privat

In Erinnerung bleiben werden Kopelke die Überfahrt nach Lower Manhattan, die intensiven Gespräche zur umfassenden Sicherheit in zwei US-Staaten – und schließlich der Besuch an der New Yorker Gedenkstätte Ground Zero, dem Hauptschauplatz der verheerenden Terroranschläge des 11. September 2001. Dort sind Verlust, Trauma und Pflicht untrennbar miteinander verbunden. Mit Blick darauf war Kopelke zufolge der Austausch mit der „The Port Authority of New York & New Jersey“ über die Zeit nach 9/11, über posttraumatische Belastungsstörungen (im Englischen Post-traumatic stress disorder), über Führungsverantwortung und die Lehren für die internationale Polizeiarbeit tief bewegend.

 

Nach Europa wieder mitgenommen hat Kopelke, dass moderne Polizeiarbeit Technologie, Vertrauen und demokratische Legitimation benötigt. Das alles endet nicht an nationalen Grenzen. Die transatlantische Zusammenarbeit sei kein „Nice to have“, sondern eine strategische Notwendigkeit, um Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde gemeinsam zu schützen. 

Für das begonnene Jahr 2026 ist bereits eine konkrete Zusammenarbeit vereinbart, erklärte der GdP- und EU.Pol-Chef und kündigte an, diese weiter zu intensivieren.

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