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GdP Saarland

29.04.2026

Psychische Belastungen in der Polizei – wenn der Beruf die Seele krank macht

Polizistinnen und Polizisten sind im Rahmen ihres Dienstes regelmäßig überaus belastenden Situationen ausgesetzt. Dazu gehören schwerste Gewaltverbrechen, tödliche Verkehrsunfälle, Suizide, Bedrohungs- und Amoklagen oder andere Einsätze mit erheblicher Eigengefährdung.

Auch die saarländische Polizei stand in den vergangenen Monaten vor einer geballten Vielzahl an belastenden Herausforderungen: die Tötung unseres Kollegen Simon, das damit einhergehende Gerichtsurteil, der tödliche Polizeieinsatz in Herrensohr und die Explosion in Völklingen.
All das sind Situationen und Eindrücke, die sich in die Seele von Einsatzkräften einbrennen.

In der ZDF-Sendung „Heute in Deutschland“ verdeutlichte unser Landesvorsitzender Andreas Rinnert: „Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, wonach Polizisten während ihrer aktiven Dienstzeit im Schnitt 400-600 potenziell traumatisierende Ereignisse erleben – der „normale“ Bürger hingegen in seiner gesamten Lebenszeit durchschnittlich nur 3-4 Ereignisse!“.

Diese psychischen Belastungen können zur Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen – oftmals auch erst zeitversetzt. Während körperliche Verletzungen regelmäßig als Dienstunfall anerkannt werden, ist die Anerkennung psychischer Erkrankungen in der Praxis häufig mit erheblichen Nachweisschwierigkeiten verbunden.

Aus diesem Grund haben wir letzte Woche beim Landesdelegiertentag einstimmig beschlossen, uns als GdP Saarland für die Schaffung einer spezialgesetzlichen Regelung zur Anerkennung von PTBS als Dienstunfall einzusetzen.
Eine solche Regelung erkennt nicht nur die Zeichen der Zeit, sondern trägt auch der besonderen Fürsorgepflicht des Dienstherrn Rechnung - und sieht den Menschen hinter der Uniform!

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