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GdP Saarland

17.05.2026

Aufstieg der SV Elversberg in die 1. Fußball-Bundesliga – Mehrbelastung für die Polizei im Saarland?!

Pressemitteilung

Nach dem Aufstieg des bisherigen Zweitligisten SV Elversberg (SVE) in die 1. Fußball-Bundesliga sorgt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Saarland um die damit sehr wahrscheinlich verbundene erhöhte Einsatz-Belastungssituation bei der saarländischen Polizei.

Hierzu der GdP-Landesvorsitzende Andreas Rinnert: „Eines vorweg: Wir gratulieren der SV Elversberg ganz herzlich zum Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga. Natürlich ist es eine großartige Sache für die gesamte Region, dass nach 33 Jahren endlich wieder ein saarländischer Verein in der obersten Fußballiga mitspielen kann. Auf der anderen Seite sorgen wir uns aber um die Auswirkungen dieses Aufstiegs mit Blick auf die ohnehin schon hohe Einsatzbelastung der saarländischen Polizei. Für uns ist klar: Dieser tolle sportliche Erfolg darf nicht gleichzeitig zum Nachteil für unsere Kolleginnen und Kollegen werden!“.

Aus Sicht der GdP wird der Aufstieg zu allgemein gesteigerter Aufmerksamkeit, deutlich mehr Medienpräsenz sowie einer Zunahme beim Zuschaueraufkommen führen, gerade nach Ausbau des Stadions an der Kaiserlinde auf 15.000 Plätze. Unterm Strich ist daher für die Polizei von einem spürbaren Mehraufwand bei Einsatzplanung und -abwicklung auszugehen: von Verkehrsmaßnahmen über das Trennen rivalisierender Fangruppierungen bis hin zum Schutz der Sportveranstaltungen selbst.

Rinnert: „Dieser Umstand zeigt einmal mehr, wie dringend die saarländische Polizei auf einen Personalaufwuchs angewiesen ist. Die Kolleginnen und Kollegen hasten ohnehin schon Wochenende für Wochenende von Einsatz zu Einsatz. Sowas geht an die Substanz. Wir brauchen hier klare und verlässliche Dienstpläne, garantiert freie Zeiträume zur Erholung, ausreichend Personalreserven und viel weniger kurzfristige Einsatzalarmierungen.

Das geht nur mit mehr Personal!“

In diesem Zusammenhang erneuert die GdP ihre Forderung nach einer „Flexibilitäts-Zulage“, z.B. für die Kräfte der Operativen Einheit (OpE) oder der Bereitschaftspolizei, die oftmals sehr kurzfristig in den Einsatz gebracht werden. Gleiches gilt für die Forderung nach Zusatzurlaub, wenn ein ums andere Mal und über Gebühr an Wochenenden Dienst verrichtet werden muss – während die Familie zuhause Geburtstag feiert oder das Kind eine Schulaufführung hat.

Aus Sicht der GdP verliefen die bisherigen Spielbegegnungen der SVE zwar nahezu ausschließlich und grundsätzlich störungsfrei. Zu bedenken ist jedoch, dass neben einer prognostisch erhöhten Einsatzbelastung durch den Aufstieg der SVE in die 1. Fußball-Bundesliga weiterhin sehr personalintensive Fußballeinsätze in Saarbrücken zu erwarten sind. Denn ein Großteil aller konfliktträchtigen Fußballeinsätze im Saarland spielt sich rund um den 1. FC Saarbrücken ab. Hier kommt es seit Jahren regelmäßig zu großen Polizeieinsätzen -personell wie finanziell- sowie zu Diffamierungen und gewalttätigen Übergriffen auf Polizei- und Einsatzkräfte.  

Rinnert: „Wir setzen uns auch weiterhin für Fußball ohne Hass, Hetze und Gewalt ein. Auf dem Weg dorthin erwarten wir weiterhin eine Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von Anfang 2025, wonach die bei Fußball-Hochrisikospielen entstehenden Polizeikosten den Vereinen in Rechnung gestellt werden dürfen. Die Schaffung einer entsprechenden Gebührenregelung für das Saarland steht weiterhin aus. Als GdP haben wir schon mehrfach „unsere Rechnung“ in dieser Sache dargestellt: Wenn die Vereine die Kosten für die Polizeieinsätze mittragen müssen, haben sie auch ein wesentlich größeres Interesse an friedlichen „Fans“ und einem störungsfreien Spielverlauf ohne Pyrotechnik und Gewalt. Und die Polizei hätte mehr freie Kapazitäten!“.