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30.09.2026

Innere Sicherheit steht auf dem Spiel: Deutschland darf seine Polizeibeschäftigten nicht verlieren.

Beamtenrecht Besoldung Innenpolitik Innere Sicherheit Pressemitteilung

Die Debatte um Wechsel von Polizistinnen und Polizisten zwischen den Bundesländern hat durch die öffentlichen Einladungen an Berliner Polizeibeschäftigte eine neue Dynamik bekommen. Sie legt offen, dass eine jahrzehntelange informelle Verabredung der Innenministerkonferenz, Länderwechsel möglichst zu verhindern, nicht mehr trägt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt, dass diese Praxis aufbricht. Jetzt brauche es transparente und verlässliche Regeln.
 
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die bisherige informelle Verabredung der Innenministerkonferenz, Länderwechsel möglichst zu verhindern, offensichtlich nicht mehr funktioniert. Wenn Polizistinnen und Polizisten ihren Dienstherrn verlassen wollen, müssen Politik und Behörden die Gründe dafür ernst nehmen“, sagt der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke. „Es darf nicht bei öffentlichen Einladungen bleiben. Die Länder müssen gemeinsam ein transparentes und verlässliches Verfahren schaffen, das Wechsel nach klaren Kriterien ermöglicht und nicht von einem zufällig passenden Tauschpartner abhängig macht.“

Die GdP fordert die IMK auf, gemeinsame Standards zu vereinbaren. Dazu gehören transparente Voraussetzungen und verbindliche Bearbeitungsfristen. Ein faires Verfahren müsse die Personalverantwortung der Länder ebenso berücksichtigen wie die Lebensplanung der Beschäftigten. Für die GdP ist die Debatte zugleich ein Warnsignal: Die Länder konkurrieren um qualifizierte Polizeibeschäftigte, während Kündigungen und Wechsel in die Privatwirtschaft zeigen, dass Personalgewinnung allein nicht mehr reicht. „Wenn heute immer mehr Polizeibeschäftigte ihren Dienstherrn hinterfragen, dann ist das kein Loyalitätsproblem der Beschäftigten. Es ist ein Führungsproblem der Arbeitgeber. Personalbindung wird zur zentralen Zukunftsaufgabe der Polizei. Wer Beschäftigte halten will, muss die Ursachen für Unzufriedenheit angehen“, betont Kopelke.

Dazu zählen Unterschiede bei Besoldung und Versorgung, Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen, aber auch hohe Arbeitsbelastung, Wohnkosten, fehlende Entwicklungsperspektiven und unnötige Bürokratie. „Wenn Berichtspflichten und Verwaltungsaufwand Kolleginnen und Kollegen von ihrer eigentlichen Arbeit abhalten, muss die Politik gegensteuern. Gute Arbeitsbedingungen, eine verfassungskonforme Alimentation, faire Zulagen und ausreichend Personal sind entscheidend, um erfahrene Kräfte zu halten und Nachwuchs zu gewinnen. Die beste Abwehr gegen Personalabwanderung sind nicht Wechselverbote, sondern gute Arbeitsbedingungen.“

„Polizistinnen und Polizisten sind keine Schachfiguren der Politik und keine Trophäen im Wettbewerb der Innenminister. Wenn Beschäftigte ihre Arbeitgeber verlassen wollen, müssen die Verantwortlichen die Ursachen beseitigen. Sicherheit braucht Vertrauen, Verlässlichkeit und Respekt für die Menschen, die diesen Staat jeden Tag schützen. Deutschland darf seine Polizeibeschäftigten nicht verlieren", so Kopelke

 

„Wenn eine jahrzehntelange informelle Verabredung nicht mehr trägt, muss die Politik sofort handeln.“
Jochen Kopelke, GdP-Bundesvorsitzende