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GdP Saarland

14.10.2026

Umgang mit psychischen Belastungen und traumatischen Ereignissen bei der saarländischen Polizei: GdP übergibt Positionspapier an Innenminister Reinhold Jost und Staatssekretär Torsten Lang

Pressemitteilung

Im Rahmen eines politischen Spitzengesprächs hat der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Saarland, Andreas Rinnert, in dieser Woche das GdP-Positionspapier „Umgang mit psychischen Belastungen und traumatischen Ereignissen bei der saarländischen Polizei“ an Innenminister Reinhold Jost und Staatssekretär Torsten Lang übergeben.

Andreas Rinnert hierzu: „Wer im Dienst traumatische Ereignisse erlebt, muss sich darauf verlassen können, dass der Dienstherr seiner Fürsorgepflicht nachkommt. Das ist jedoch nicht immer und allumfassend der Fall!“

Auf Grundlage der aktuellen Umfrageergebnisse zur psychischen Belastungssituation innerhalb der saar-ländischen Polizei, der Informationen und Erkenntnisse aus unserer Mitgliedschaft, den Personal-vertretungen und GdP-Gremien im Nachgang der Tötung unseres Kollegen Simon Bohr am 21. August 2025 sowie dem direkten Austausch mit Betroffenen dieser Tat, hat der GdP-Landesvorstand in dem 9-seitigen Positionspapier insgesamt 15 Einzelforderungen an Politik und Behörde formuliert. 

Sämtliche Forderungen haben den Zweck, im Sinne einer „lernenden Behörde“ konkrete Verbesserungen bei der Fürsorge und Betreuung von betroffenen Kolleginnen und Kollegen seitens des Dienstherrn herbeizuführen. Sie stellen notwendige Bausteine dar, um die Polizei des Saarlandes auf aktuelle und zukünftige Belastungssituationen besser vorzubereiten sowie im Bedarfsfall professionell agieren zu können. Ganz im Sinne einer modernen und verantwortungsvollen Polizei, die nicht erst reagiert, wenn wieder etwas passiert ist.

„Extremsituationen und traumatische Ereignisse lassen sich in unserem Beruf nicht immer verhindern. Was jedoch beeinflusst werden kann, ist die Frage, wie eine Organisation damit umgeht, welche Lehren sie daraus zieht und wie gut sie unsere Kolleginnen und Kollegen darauf vorbereitet und anschließend begleitet!“, so Rinnert weiter.

Hierbei darf auch die derzeit angespannte Personalsituation nicht ausgeblendet werden, die nahezu jeden einzelnen Forderungspunkt wechselseitig beeinflusst. Die saarländische Polizei steht weiterhin vor personellen Herausforderungen - eine Verbesserung der Personalsituation ist deshalb dringend erforderlich und muss auch perspektivisch weiterverfolgt werden. Gleichzeitig kann nicht darauf zugewartet werden, bis sich irgendwann der Personalbestand grundlegend verbessert. Die Kolleginnen und Kollegen, die heute ihren Dienst leisten, brauchen heute Unterstützung, Schutz und verlässliche Strukturen. Belastungen lassen sich nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Andreas Rinnert abschließend: „Als GdP Saarland wollen wir nicht nur Forderungen formulieren, sondern die notwendigen Veränderungsprozesse anstoßen, konstruktiv begleiten, Erfahrungen aus der Praxis einbringen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die im Alltag unserer Kolleginnen und Kollegen tatsächlich ankommen.
Hierzu waren wir in den vergangenen Monaten auch wiederholt mit Innenminister Reinhold Jost im Austausch, der unsere Bemühungen von Anfang an unterstützt und sich auch nicht vor Kritik weggeduckt hat. Nun geht es darum, konkrete Maßnahmen umzusetzen!“.

Zum Hintergrund:

Neben dem unumstrittenen Fakt, dass psychische Belastungen im Polizeidienst grundsätzlich hoch und für einen „Blaulichtberuf“ leider prägend sind, gibt es bestimmte Ereignisse, die bestehende Belastungsgrenzen deutlich überschreiten.  

Im Zusammenhang mit der schrecklichen Tötung unseres Kollegen Simon Bohr am 21. August 2025 in Völklingen ist offensichtlich geworden, dass bei der Frage des Umgangs mit betroffenen Kolleginnen und Kollegen nach solch gravierenden Ereignissen innerhalb der saarländischen Polizei Defizite bestehen, deren Fortbestehen so nicht hingenommen werden können.            

Im Januar 2026 wurde daraufhin von der GdP Saarland die Durchführung einer Mitarbeitendenbefragung innerhalb der saarländischen Polizei gefordert, um wissenschaftlich fundiert Aussagen darüber treffen zu können, wie belastende und traumatisierende dienstliche Ereignisse erlebt werden und welche konkreten persönlichen sowie dienstlichen Auswirkungen sie individuell haben können.

Auf dieser Grundlage sollten im Sinne einer „lernenden Behörde“ Verbesserungen abgeleitet werden, u. a. die Erstellung eines professionellen Maßnahmenkatalogs, der künftig bei der Fürsorge und Betreuung von betroffenen Kolleginnen und Kollegen seitens des Dienstherrn herangezogen werden soll.        

Dieser Forderung ist der Dienstherr nachgekommen und hat im Zeitraum vom 01.07.2026 bis zum 14.08.2026 innerhalb der gesamten Belegschaft der saarländischen Vollzugspolizei eine entsprechende Mitarbeitendenbefragung unter Einbindung von externen Experten durchgeführt. Die Ergebnisse der vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport (MIBS) durchgeführten Mitarbeitendenbefragung liegen inzwischen vor.

Hier findest du das