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© VadimGuzhva /stock.adobe.com
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11.04.2026

Sexualstraftaten:
Prävention und Opferschutz stärken“

Frauengruppe Kriminalität

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigt sich besorgt über den in Medienberichten beschriebenen erheblichen Anstieg der Sexualstraftaten im vergangenen Jahr. 2025 seien demnach neun Prozent mehr Vergewaltigungen polizeilich erfasst worden als noch ein Jahr zuvor. „Und es ist trotz offenbar gestiegener Anzeigebereitschaft der Opfer leider dennoch weiterhin von einem großen Dunkelfeld auszugehen“, meint Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP.

Er verlangt: „Wir müssen die Prävention in diesem Deliktfeld intensivieren und die Opferperspektive stärken.“ Zudem brauche es dringend eine weitere Stärkung der Anzeigebereitschaft, ergänzt die GdP-Bundesfrauenvorsitzende, Michaela C. Willig. „Das gilt insbesondere, weil viele Sexualdelikte im sozialen Nahfeld stattfinden. Im Vorfeld der Taten bestand also oftmals eine Beziehung zwischen Tätern und Opfern“, erläutert die Kriminalbeamtin.

Poitz und Willig begrüßen die von Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig (SPD) angekündigten Strafverschärfungen bei besonders schweren Fällen von Vergewaltigungen, etwa unter Einsatz von K.-o.-Tropfen. „Hier braucht es höhere Mindeststrafen“, so die Gewerkschafter. Nur mit höheren Freiheitsstrafen sei es aber nicht getan. „Hierbei spielen auch Verurteilungen eine wichtige Rolle, denn Entdeckungswahrscheinlichkeit und Konsequenzen sind wesentlicher für eine Abschreckung als das Strafmaß“, verlangen Poitz und Willig, die außerdem Stärkungen entlang der gesamten Rechtsstaatskette und einen Ausbau von Antigewaltkampagnen fordern. Denn: „Die Gewaltkriminalität in Deutschland befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau.“