13.10.2026
Gleichstellung kennt keine Grenzen: GdP-Frauengruppe besucht Deutsche Botschaft in Paris
Drei Tage, viele neue Perspektiven: Die GdP-Frauengruppe erlebte einen intensiven Austausch über Gleichstellung in Paris und nahm wichtige Impulse für die Gewerkschaftsarbeit in Sachsen mit.
Drei Tage, sechs engagierte Gewerkschafterinnen und viele neue Perspektiven: Der Vorstand der GdP-Frauengruppe Sachsen besuchte die Deutsche Botschaft in Paris. Im Mittelpunkt standen Gleichstellung, Arbeitsbedingungen, polizeiliche Strukturen und die Frage, was wir für unsere gewerkschaftliche Arbeit in Sachsen mitnehmen können.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch in der Deutschen Botschaft. Aus einem ursprünglich einstündigen Termin wurden rund vier Stunden intensiver Austausch. Neben den Aufgaben der Auslandsvertretung ging es um gesellschaftliche Entwicklungen in Frankreich, unterschiedliche polizeiliche Strukturen und Einsatzstrategien sowie um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
Besonders wertvoll waren die Einblicke eines GdP-Kollegen, der im Schutz deutscher Botschaftsobjekte tätig ist. Seine Erfahrungen boten Anlass, über mobiles Arbeiten, dienstliche Anforderungen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sprechen.
Gleichstellung darf nicht nur auf dem Papier stehen. Wir brauchen faire Aufstiegschancen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und echte Entwicklungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten. Das ist keine Frage von Sonderrechten, sondern von Chancengerechtigkeit.
Gleichstellung ist keine Selbstverständlichkeit
Ein zentrales Thema zog sich durch die Gespräche: Faire berufliche Chancen hängen nicht allein vom persönlichen Engagement ab. Entscheidend sind auch die Rahmenbedingungen, unter denen Menschen arbeiten.
Gleichstellung darf nicht nur auf dem Papier stehen. Wir brauchen faire Aufstiegschancen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und echte Entwicklungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten. Das ist keine Frage von Sonderrechten, sondern von Chancengerechtigkeit.
Gerade in der Polizei mit ihren besonderen dienstlichen Anforderungen müssen bestehende Strukturen regelmäßig hinterfragt und weiterentwickelt werden.
Ob flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten oder mehr Frauen in Führungspositionen: Hier bleibt auch in Sachsen einiges zu tun. Gleichzeitig hat der Austausch gezeigt, dass bereits viel erreicht wurde. Viele Verbesserungen sind das Ergebnis jahrelanger gewerkschaftlicher Arbeit und engagierter Gleichstellungsbeauftragter.
Ein wichtiger nächster Schritt ist das laufende Projekt zur Auditierung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der sächsischen Polizei. Ziel ist eine erfolgreiche Zertifizierung möglichst im Frühjahr 2027.
Unterschiedliche Polizeisysteme, ähnliche Herausforderungen
Auch abseits der Botschaft gab es spannende Begegnungen. Beim Austausch mit französischen Polizeikolleginnen und -kollegen wurde deutlich, dass sich polizeiliche Strukturen und Arbeitsbedingungen zwar unterscheiden, viele Herausforderungen im Berufsalltag aber ähnlich sind.
Ein weiterer Programmpunkt führte die Frauengruppe in das Rathaus des 10. Pariser Arrondissements. Dort ging es um die Geschichte der französischen Frauenbewegung, politische Teilhabe und den langen Weg zu mehr Gleichberechtigung.
Diese Einblicke haben einmal mehr gezeigt: Was heute selbstverständlich erscheint, musste über Generationen erkämpft werden. Und diese Errungenschaften müssen wir auch künftig verteidigen und weiterentwickeln.
Neue Impulse für unsere Arbeit in Sachsen
Der Arbeitsaufenthalt war weit mehr als ein Blick über die Landesgrenzen. Er bot Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzuordnen, neue Ideen zu sammeln und bestehende Netzwerke zu stärken.
Für unsere Frauengruppe steht fest: Gute Gleichstellungsarbeit braucht Ausdauer, starke Interessenvertretungen und Menschen, die gemeinsam etwas verändern wollen.
Denn Gleichstellung ist keine reine Frauensache. Sie ist eine gemeinsame Aufgabe unserer Gewerkschaft.
Mit vielen neuen Eindrücken, wertvollen Kontakten und einer klaren Bestärkung für die weitere Arbeit kehrten unsere Gewerkschafterinnen nach Sachsen zurück.
Unser Fazit: Wir haben schon viel erreicht. Aber wir bleiben dran – für faire Chancen, gute Arbeitsbedingungen und eine starke Gemeinschaft in der sächsischen Polizei.
Unsere gewerkschaftlichen Schwerpunkte im Blick:
- Chancengerechtigkeit stärken: Faire Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten schaffen
- Vereinbarkeit verbessern: Familienfreundliche Arbeitszeiten und flexible Arbeitsmodelle weiterentwickeln
- Frauen in Führung fördern: Strukturelle Hürden abbauen und berufliche Perspektiven verbessern
- Gewerkschaftliche Erfolge sichern: Erreichte Verbesserungen verteidigen und neue Herausforderungen gemeinsam angehen
- Gleichstellung gemeinsam gestalten: Gleichstellung ist keine reine Frauensache, sondern Aufgabe der gesamten Gewerkschaft
- Internationale Erfahrungen nutzen: Vom Austausch mit anderen Polizeisystemen lernen und neue Impulse nach Sachsen bringen
