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© Bild: Pexels/ErkaP
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07.10.2026

GdP Sachsen zur Studie „Sexismus im Dienst“: Hinschauen, handeln – aber ohne Generalverdacht

Arbeitsschutz Personal Prävention

Unser Anspruch bleibt: eine starke Polizei, gute Führung, ein respektvoller Umgang miteinander und klare Konsequenzen bei tatsächlichem Fehlverhalten – ohne Generalverdacht gegenüber der Polizei.

Die GdP Sachsen nimmt die jüngst vorgestellten Ergebnisse der Studie „Sexismus im Dienst“ der Universität Leipzig sehr ernst. Sexistische Sprüche, Benachteiligungen und insbesondere körperliche oder sexualisierte Grenzverletzungen haben in der Polizei nichts zu suchen. Wo Fehlverhalten festgestellt wird, muss konsequent gehandelt werden.

Gleichzeitig braucht es eine sachliche und faire Einordnung der Ergebnisse. Die Studie basiert auf 23 qualitativen Interviews und ist ausdrücklich nicht repräsentativ. Sie kann Erfahrungen und mögliche Risikofaktoren aufzeigen, aber keine Aussage darüber treffen, wie verbreitet Sexismus in der Polizei Sachsen tatsächlich ist. Es lässt sich daher also auch kein Vergleich zu anderen Berufsfeldern ziehen. Die quantitative Studie mit einer flächendeckenden Befragung zum Thema Sexismus im Dienst wird erst im zweiten Quartal 2027 vorgestellt.

Susann Neuber, Vorständin der Frauengruppe der GdP Sachsen:

„Wir nehmen die geschilderten Erfahrungen sehr ernst. Sexismus zeigt sich nicht nur in individuellem Fehlverhalten, sondern kann auch in gewachsenen Strukturen, Rollenbildern und alltäglichen Verhaltensmustern zum Ausdruck kommen. Umso wichtiger ist es, diese Themen offen anzusprechen und gemeinsam an einer respektvollen und gleichberechtigten Arbeitskultur zu arbeiten.

Ausdrücklich begrüßen wir, dass unsere Polizeiführung dieses wichtige Thema aufgreift, sichtbar macht und damit Raum für eine offene und konstruktive Auseinandersetzung schafft. Das ist ein wichtiges Signal an alle Beschäftigten und ein wertvoller Schritt, um Vertrauen zu stärken und positive Veränderungen anzustoßen.

Dabei gilt es, zwischen strukturellen Herausforderungen und konkretem sexualisiertem Fehlverhalten zu unterscheiden. Jeder einzelne Vorfall muss ernst genommen und konsequent aufgearbeitet werden. Gleichzeitig dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass die überwältigende Mehrheit unserer Kolleginnen und Kollegen täglich professionell, verantwortungsbewusst und mit großem Engagement ihren Dienst leistet."

„Wir nehmen die geschilderten Erfahrungen sehr ernst. [...] Ausdrücklich begrüßen wir, dass unsere Polizeiführung dieses wichtige Thema aufgreift, sichtbar macht und damit Raum für eine offene und konstruktive Auseinandersetzung schafft. [...] Gleichzeitig dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass die überwältigende Mehrheit unserer Kolleginnen und Kollegen täglich professionell, verantwortungsbewusst und mit großem Engagement ihren Dienst leistet."
Susann Neuber, Vorständin der Frauengruppe GdP Sachsen

Für die GdP gilt deshalb: Null Toleranz gegenüber tatsächlichen Grenzverletzungen – aber auch null Toleranz gegenüber pauschaler Vorverurteilung. Zwischen konkretem Fehlverhalten, persönlichen Wahrnehmungen und wissenschaftlich beschriebenen strukturellen Risiken muss klar unterschieden werden.

Die Reaktion der Polizei Sachsen bewerten wir grundsätzlich positiv. Dass Führung stärker in die Verantwortung genommen, Unterstützungs- und Beschwerdestrukturen weiterentwickelt und Risikokonstellationen erkannt werden sollen, ist richtig. Positiv ist auch die klare Aussage, dass dies ohne Generalverdacht gegenüber den Beschäftigten geschehen soll.

Respektvolle Polizeikultur und klare Vertrauensstrukturen

Jetzt kommt es darauf an, dass aus den Erkenntnissen konkrete und verhältnismäßige Maßnahmen entstehen. Beschäftigte müssen wissen, wohin sie sich bei Problemen wenden können und darauf vertrauen können, dass Beschwerden ernst genommen werden. Gleichzeitig müssen Kolleginnen und Kollegen davor geschützt werden, aufgrund einzelner Vorwürfe oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Dienststelle, Funktion oder Gruppe pauschal unter Verdacht zu geraten.

„Als Frauengruppe der GdP Sachsen möchten wir diesen Prozess konstruktiv begleiten. Unser gemeinsames Ziel ist eine Polizeikultur, in der Gleichberechtigung, Wertschätzung und gegenseitiger Respekt selbstverständlich sind. Denn das offene Ansprechen von Problemen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer starken und modernen Polizei", so Susann Neuber.

 

Die GdP wird die weitere wissenschaftliche Untersuchung konstruktiv begleiten – insbesondere die noch folgende quantitative Studienauswertung. Unser Anspruch bleibt: eine starke Polizei, gute Führung, ein respektvoller Umgang miteinander und klare Konsequenzen bei tatsächlichem Fehlverhalten – ohne Generalverdacht gegenüber der Polizei.


  • Hier geht's zur Studie „Sexismus im Dienst"