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© GdP/Kay Herschelmann
GdP/Kay Herschelmann

05.11.2026

GdP Sachsen setzt wichtige Impulse beim Bundeskongress 2026 in Berlin

Veranstaltung

Vier Tage intensiver Beratungen, richtungsweisender Entscheidungen und gewerkschaftlichen Austauschs: Beim 28. Ordentlichen Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei in Berlin hat die GdP Sachsen ihre Positionen eingebracht und wichtige Impulse für die zukünftige Gewerkschaftsarbeit gesetzt. Im Mittelpunkt standen neben den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auch die Herausforderungen der Digitalisierung und die Weiterentwicklung der GdP.

Unter dem Motto „Wir stärken, was schützt!“ fand vom 2. bis 5. November 2026 der 28. Ordentliche Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin statt. Insgesamt 256 stimmberechtigte Delegierte aus den 18 Landesbezirken und Bezirken kamen zusammen, um über die gewerkschaftspolitische Ausrichtung der kommenden vier Jahre zu entscheiden. Dabei trafen unterschiedliche Generationen, Erfahrungen und Perspektiven aufeinander: Der jüngste Delegierte war 22 Jahre alt, der älteste 80. Gemeinsam vertraten sie die Interessen einer Gewerkschaft, die inzwischen 214.383 Mitglieder zählt.

Auch die Delegation der GdP Sachsen beteiligte sich intensiv an den Beratungen, brachte eigene Anträge und Positionen ein und nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

Impulse aus Sachsen: Gewerkschaftsarbeit zeitgemäß gestalten

Ein wichtiger Schwerpunkt der sächsischen Delegation lag auf der Weiterentwicklung gewerkschaftlicher Kommunikation und der Frage, wie sich die GdP angesichts neuer technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen zukunftsfähig aufstellen kann. Jan Krumlovsky, Landesvorsitzender der GdP Sachsen, zieht dazu eine klare Bilanz: "Wir haben wichtige Impulse gesetzt. Mit unseren Anträgen haben wir unter anderem ein Zeichen für die digitale Kommunikation im KI-Zeitalter gesetzt. Mein Eindruck ist, dass wir da zu konservativ unterwegs sind. Statt mit Pinnwänden und Flyern zu arbeiten, müssen wir die modernen Medien viel stärker bedienen und weiterentwickeln. Das betrifft auch unsere Apps. Gleichzeitig müssen wir enger zusammenrücken, vor allem wieder mehr in Präsenz zusammenkommen und austauschen. Denn dadurch, das ist unsere Überzeugung, können wir eine höhere Qualität erreichen und auch den Ansprüche unserer ehrenamtlichen Arbeit gerecht werden."

Damit verbindet die GdP Sachsen zwei zentrale Anliegen: Die gewerkschaftliche Kommunikation muss digitaler, moderner und näher an den Lebens- und Arbeitsrealitäten der Mitglieder werden. Gleichzeitig bleibt der persönliche Austausch unverzichtbar. Gerade die Begegnungen und Diskussionen am Rande des Bundeskongresses haben gezeigt, welchen Wert die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg besitzt.

Jan Krumlovsky | © GdP Sachsen/Herzblick Fotografie
GdP Sachsen/Herzblick Fotografie
"Wir haben wichtige Impulse gesetzt. Mit unseren Anträgen haben wir unter anderem ein Zeichen für die digitale Kommunikation im KI-Zeitalter gesetzt. Gleichzeitig müssen wir enger zusammenrücken, vor allem wieder mehr in Präsenz zusammenkommen und austauschen. Denn dadurch, das ist unsere Überzeugung, können wir eine höhere Qualität erreichen und auch den Ansprüche unserer ehrenamtlichen Arbeit gerecht werden."
Jan Krumlovsky, Landesvorsitzender GdP Sachsen

Neue Herausforderungen für Polizei und Gewerkschaft

Neben der Weiterentwicklung der eigenen Organisation standen auch die wachsenden Anforderungen an die Polizeiarbeit im Mittelpunkt. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Formen der Kriminalität verändern die Aufgaben der Polizei. Gleichzeitig bleiben ausreichendes Personal, eine zeitgemäße Ausstattung, verlässliche Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Wertschätzung der Beschäftigten zentrale gewerkschaftliche Forderungen.

Jan Krumlovsky macht deutlich, wie breit die Herausforderungen inzwischen sind: "Wir müssen uns als GdP vielen Herausforderungen stellen. Klassische Polizeiarbeit findet nicht mehr ausnahmslos auf der Straße statt, sondern im medialen Raum – im Darknet, im Bereich von künstlischer Intelligenz. Dafür müssen wir uns entsprechend wappnen und Antworten finden. Parallel dazu kommen politische Herausforderungen wie Finanzierbarkeit der Polizei – was brauchen wir an Personal und Ausstattung? Und natürlich auch die Frage der Wertschätzung – Stichwort Allimentation – um nur einige Beispiele zu nennen."
Diese Fragen betreffen auch die Kolleginnen und Kollegen in Sachsen unmittelbar. Für die GdP Sachsen bleibt es deshalb entscheidend, die Erfahrungen und Bedürfnisse aus der täglichen Polizeipraxis in die bundesweiten gewerkschaftspolitischen Debatten einzubringen.

Neuer Bundesvorstand für die kommenden vier Jahre

Neben den umfangreichen Antragsberatungen standen beim Bundeskongress auch die Wahlen des Geschäftsführenden Bundesvorstandes auf der Tagesordnung.

Jochen Kopelke wurde mit 89,3 Prozent der Stimmen als GdP-Bundesvorsitzender wiedergewählt. Er wird die Gewerkschaft damit weitere vier Jahre führen.

Als stellvertretende Bundesvorsitzende wurden Andreas Roßkopf, Patrick Schlüter, Christian Ehringfeld und Anke Bühner-Dormeier gewählt. Dem Geschäftsführenden Bundesvorstand gehören außerdem Bundeskassierer Arnd Krummen, Bundesschriftführer Kevin Komolka sowie Jan Pfeil und Jennifer Otto als weitere Mitglieder an.

Mit dem neu gewählten Führungsteam und den Beratungsbeschlüssen hat der Bundeskongress wichtige Weichen für die gewerkschaftliche Arbeit der kommenden Jahre gestellt.

Klare Forderungen an die Politik

Auch Vertreter der Bundes- und Landespolitik waren beim Bundeskongress zu Gast. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Andy Grote, würdigten in ihren Reden die Arbeit der Polizeibeschäftigten und thematisierten die Herausforderungen für die innere Sicherheit. Dabei ging es unter anderem um den Schutz von Einsatzkräften vor Gewalt, die gesellschaftliche Anerkennung polizeilicher Arbeit sowie die amtsangemessene Alimentation.

Die GdP bekräftigte ihrerseits zentrale Forderungen für die kommenden Jahre: ein starkes Berufsbeamtentum, eine verlässliche Beamtenversorgung, spürbare Verbesserungen für Tarifbeschäftigte sowie einen wirksamen Schutz vor Gewalt gegen Einsatzkräfte. Für die GdP Sachsen steht fest: Politische Wertschätzung muss sich auch in konkreten Verbesserungen bei Personal, Ausstattung, Bezahlung und Arbeitsbedingungen widerspiegeln.

Gemeinsam stark – auch über den Bundeskongress hinaus

Vier Tage voller Antragsberatungen, Diskussionen, Begegnungen und Entscheidungen liegen hinter der sächsischen Delegation. Der Bundeskongress hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig eine starke, handlungsfähige und geschlossene Gewerkschaft für die Interessen der Polizeibeschäftigten ist.

Die GdP Sachsen nimmt wichtige Impulse aus Berlin mit und wird sich auch in den kommenden Jahren aktiv in die bundesweite Gewerkschaftsarbeit einbringen. Dabei gilt es, bewährte Strukturen zu stärken, neue Wege zu gehen und die Interessen der Kolleginnen und Kollegen konsequent zu vertreten.

Unser Dank gilt allen Delegierten und ehrenamtlich Engagierten, die den Bundeskongress mit ihren Ideen, ihrer Zeit und ihrem Einsatz mitgestaltet haben.

Sachsen-Export Hagen Husgen verabschiedet sich von Bundesebene

Ein besonderer Moment des Bundeskongresses war zudem die Verabschiedung unseres sächsischen Kollegen Hagen Husgen aus dem Geschäftsführenden Bundesvorstand. Nach neun Jahren in diesem Gremium und insgesamt 16 Jahren im Bundesvorstand blickt er auf eine lange Zeit engagierter Gewerkschaftsarbeit auf Bundesebene zurück. Mit seiner Erfahrung, seiner klaren Haltung und seinem unermüdlichen Einsatz hat er die Entwicklung der GdP maßgeblich mitgestaltet und dabei stets auch die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen vertreten.

Lieber Hagen, die GdP Sachsen dankt dir von Herzen für dein außergewöhnliches Engagement, deine geleistete Arbeit und deinen Einsatz für unsere Gewerkschaft. Wir wünschen dir für deinen weiteren Weg alles Gute!

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