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11.03.2026

GdP zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025

PKS Kriminalität Innere Sicherheit

Gewaltkriminalität weiterhin auf hohem Niveau

Kiel. Zu der heute vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Schleswig-Holstein 2025 erklärt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Sven Neumann:

„Jeden Tag werden unsere Kolleginnen und Kollegen in Schleswig-Holstein angegriffen." Sven Neumann, Landesvorsitzender der GdP Schleswig-Holstein

„Jeden Tag werden unsere Kolleginnen und Kollegen in Schleswig-Holstein angegriffen. 491 verletzte Polizeibeamtinnen und -beamte sind ein nicht hinnehmbar hohes Niveau. Die Staatsanwaltschaften im Lande sind nach unserem Eindruck grundsätzlich sensibilisiert für dieses Thema. Wünschenswert wäre eine landeseinheitliche Regelung zum Umgang in diesem Deliktsfeld, z. B. durch die Einrichtung von weiteren Sonderdezernaten zur „Gewalt gegen Einsatzkräfte“, um die Strafverfahren in diesem Bereich zügiger und effizienter bearbeiten zu können. Die GdP ist dazu bereits im engen Austausch mit dem Justizministerium und der Generalstaatsanwaltschaft.“
Zwar sei die Zahl der Gewaltdelikte gegen Einsatzkräfte von 1.752 Fällen im Jahr 2024 auf 1.636 Fälle im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Dennoch bewegten sich diese Zahlen für die GdP weiterhin auf einem deutlich zu hohen Niveau.  
 
Mit großer Sorge betrachte die GdP den weiteren Anstieg der Messerkriminalität. Die Fallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr erneut um acht Prozent gestiegen. Neumann: „Unsere Kolleginnen und Kollegen auf der Straße berichten uns, dass die bestehenden Kontrollmöglichkeiten im öffentlichen Nahverkehr auch auf Bussteige ausgeweitet werden müssten, um wirkungsvoll zu sein.“ Darüber hinaus sollten nach Ansicht der GdP die Kommunen weiterhin vermehrt prüfen, ob die Einrichtung weiterer Messerverbotszonen erforderlich ist.

Die GdP beobachtet ferner mit Bedauern den Anstieg der Fallzahlen im Bereich der Häuslichen Gewalt. Die neuen Regelungen zur Gefahrenabwehr, insbesondere die elektronische Aufenthaltsüberwachung, müssten sich jedoch zunächst im Zusammenspiel zwischen Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten bewähren. Die Landespolizei beträte hier teilweise Neuland. Im kommenden Berichtszeitraum werde daher zu prüfen sein, wie wirksam diese neuen Instrumente tatsächlich sind.

Neumann abschließend: „Trotz insgesamt leicht gesunkener Aufklärungsquote (56,7 Prozent) zeigt dieser Wert weiterhin die hohe Professionalität und Einsatzbereitschaft unserer Kolleginnen und Kollegen.“ Besonders im Bereich der Gewaltkriminalität liege die Aufklärungsquote bei über 80 Prozent. Das bedeute: „Wer in Schleswig-Holstein Gewalt ausübt, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, von der Polizei ermittelt zu werden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit in unserem Land.“

 

Kiel, 12. März 2026 - Nr. 06/2026