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© rlang/stock.adobe.com
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20.03.2026

GdP zur 53. Sportministerkonferenz: Vereine und Politik müssen konsequent gegen Gewalt im Fußball vorgehen

Fußball

Anlässlich der 53. Sportministerkonferenz auf Norderney bezieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Stellung zum Thema „Fußball ohne Gewalt“. Der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke fordert eine stärkere Unterstützung der Polizeiarbeit sowie ein entschlosseneres Vorgehen der Vereine gegen gewaltbereite Gruppen.

Die Entwicklung der Gewalt in und um Fußballstadien bereitet der GdP große Sorge. Insbesondere Übergriffe auf Einsatzkräfte – wie zuletzt beim Ost-Derby mit zahlreichen verletzten Polizistinnen und Polizisten – verdeutlichen nach Einschätzung der Gewerkschaft eine zunehmende Eskalation.

„Gewaltbereite Ultras und Hooligans gefährden nicht nur Polizisten, sondern auch die große Mehrheit friedlicher Fans. Das ist keine Fan-Fehde, sondern Kriminalität“, betont Kopelke.

Um Gewalt wirksam einzudämmen, spricht sich die GdP für konkrete Maßnahmen aus. Dazu gehören Schnellgerichte im Stadion sowie der Einsatz moderner Technologien wie Gesichtserkennung, um Täter unmittelbar identifizieren und sanktionieren zu können. Bei Hochrisikospielen sollten zudem Richter und Staatsanwälte vor Ort sein, um Verfahren direkt einzuleiten und eine abschreckende Wirkung zu erzielen.

Kritik an diesen Maßnahmen weist Kopelke zurück. Der gezielte Einsatz von Technik richte sich nicht gegen die breite Masse der Fans, sondern gegen gewaltbereite Täter.

Neben der Politik sieht die GdP insbesondere die Vereine in der Pflicht. Diese müssten stärker in Sicherheitskonzepte investieren, Sicherheitsbeauftragte ausbauen sowie Pyrotechnik und gewalttätiges Verhalten konsequent unterbinden. Auch der Ausschluss bekannter Gewalttäter aus den eigenen Reihen sei erforderlich.

Darüber hinaus fordert die GdP die Schaffung rechtlicher Grundlagen für personalisierte Tickets und den Einsatz moderner Identifikationstechnologien sowie eine bessere personelle Ausstattung der Polizei.

Die Diskussion um eine Beteiligung der Vereine an Polizeikosten bewertet die GdP als möglichen Hebel, um den Druck auf die Verantwortlichen bei DFL und DFB zu erhöhen und nachhaltige Verbesserungen bei der Sicherheit im Fußball zu erreichen.