10.09.2026
25 Jahre 9/11 -
Kopelke: Brauchen wieder neues Sicherheitspaket
25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erinnert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) an die fast 3.000 Menschen, die an diesem Tag ihr Leben verloren. Sie erinnert zugleich an den außergewöhnlichen Einsatz der Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute und zahlreichen weiteren Einsatzkräfte, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens versucht haben, Menschen zu retten. Viele von ihnen und ihre Familien tragen die Folgen bis heute.
„Der 11. September hat sich tief in das Gedächtnis von uns allen gebrannt und die Sicherheitsarchitektur weltweit verändert. 25 Jahre später müssen wir uns deshalb fragen: Sind unsere Sicherheitsbehörden heute wirklich so aufgestellt, wie es die Bedrohungslage erfordert?“, sagt GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke.
Schon im Dezember 2001 hieß es bei den Debatten im Bundestag zum Beschluss des Terrorismusbekämpfungsgesetzes (TBG), dass der wirkungsvollste Beitrag zur Erhöhung der inneren Sicherheit die bessere finanzielle, personelle und technische Ausstattung der Sicherheitsbehörden sei.
Die Bedrohungslage hat sich seitdem grundlegend verändert, und auch die Herausforderungen für die Polizei haben sich enorm gewandelt.
Die Bedrohungslage hat sich seitdem grundlegend verändert, und auch die Herausforderungen für die Polizei haben sich enorm gewandelt.
Radikalisierung findet zunehmend im digitalen Raum statt, terroristische und extremistische Akteure agieren über Ländergrenzen hinweg. Hinzu kommen hybride Bedrohungen und unterschiedliche Formen politisch motivierter Gewalt. Gefahren entstehen heute vielfach dort, wo klassische Zuständigkeiten und Grenzen nicht mehr greifen.
Die GdP fordert deshalb eine gemeinsame Bestandsaufnahme von Bund und Ländern und daraus konkrete Konsequenzen in Form eines neuen Sicherheitspakets. Sind die Sicherheitsbehörden personell, technisch und strukturell ausreichend aufgestellt, um terroristische Gefahren frühzeitig zu erkennen und wirksam abzuwehren?
„Die aktuelle Bedrohungslage mit nahezu täglichen Anschlägen auf unsere kritische Infrastruktur zeigt: Wir brauchen die Neuauflage eines umfassenden Sicherheitspakets, das den heutigen Anforderungen gerecht wird – von der Ausstattung der Sicherheitsbehörden über den Schutz kritischer Infrastruktur bis hin zum Schutz der Menschen, die in unserem Land leben und arbeiten“, so Kopelke.
Entscheidend seien schnelle Informationswege, gemeinsame Lagebilder und eine verlässliche Zusammenarbeit über Länder- und Behördengrenzen hinweg.
„Wenn eine Gefahr keine Ländergrenze kennt, darf auch die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden nicht an Ländergrenzen scheitern“, betont Kopelke.
Dafür brauche es dauerhaft ausreichende Ressourcen. Innere Sicherheit und Terrorabwehr dürften nicht von kurzfristigen Haushaltslagen abhängig sein. Wer aus den Erfahrungen des 11. September 2001 gelernt habe, müsse Vorsorge treffen, bevor aus einer erkannten Gefahr eine konkrete Bedrohung für Menschen werde.
Die GdP appelliert deshalb an die Innenministerinnen und Innenminister sowie Innensenatorinnen und Innensenatoren von Bund und Ländern, den 25. Jahrestag zum Anlass zu nehmen, gemeinsam Bilanz zu ziehen, konkreten Handlungsbedarf zu identifizieren und die notwendigen Maßnahmen abzuleiten.
„25 Jahre nach 9/11 dürfen wir nicht nur zurückblicken, sondern müssen nach vorn schauen. Die aktuellen Bedrohungen unserer kritischen Infrastruktur sind ein massives Alarmsignal. Wir brauchen deshalb ein neues Sicherheitspaket, das unsere Sicherheitsbehörden personell, technisch und strukturell für die heutigen Bedrohungen aufstellt. Wir müssen jetzt handeln – entschlossen, gemeinsam und mit den notwendigen Mitteln“, so GdP-Chef Kopelke.
Die aktuellen Bedrohungen unserer kritischen Infrastruktur sind ein massives Alarmsignal. Wir brauchen deshalb ein neues Sicherheitspaket, das unsere Sicherheitsbehörden personell, technisch und strukturell für die heutigen Bedrohungen aufstellt.GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke
