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23.03.2026

Weniger Straftaten, mehr Gewalt: Kriminalität verändert ihr Gesicht

Pressemitteilung

Pressemitteilung der GdP Brandenburg zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 weist einen Rückgang der Straftaten um 5,7 Prozent auf 166.508 Fälle aus. Dieser Entwicklung ist entgegenzuhalten, dass ausgerechnet jene Delikte, die die Menschen besonders verunsichern, etwa Gewalt, häusliche Gewalt und sexualisierte Kriminalität, angestiegen sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die PKS keine vollständige Abbildung der Kriminalität darstellt. Sie erfasst ausschließlich das sogenannte Hellfeld – also Straftaten, die der Polizei bekannt geworden und abschließend bearbeitet worden sind. Sinkende Zahlen bedeuten daher nicht automatisch mehr Sicherheit.

Die Gewaltkriminalität stieg auf 5.443 Fälle und bleibt damit auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig wurden 1.365 Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte registriert – fast vier pro Tag. Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte ist nicht irgendeine Form von Kriminalität, sie richtet sich gegen Menschen in Uniform, deren Aufgabe es ist, anderen zu helfen und unsere Gesellschaft zu schützen. Wer Polizisten angreift, greift damit auch den Staat und seine Handlungsfähigkeit an.

Ein besonderer Schwerpunkt in der PKS bleibt die häusliche Gewalt, die weiterhin auf einem hohen Niveau liegt und häufig im Verborgenen stattfindet. Einsätze in diesem Bereich gehören zu den gefährlichsten und zugleich sensibelsten Lagen. Um sowohl Einsatzkräfte als auch Opfer besser zu schützen, ist es notwendig, den rechtssicheren Einsatz von Bodycams auch in Wohnungen zu ermöglichen.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den Sexualdelikten. Diese stiegen um 18,5 Prozent auf 3.344 Fälle. Im Bereich der Verbreitung, des Erwerbs und Besitzes kinderpornografischer Inhalte beträgt der Anstieg sogar 45 Prozent. Auffällig ist, dass viele Tatverdächtige minderjährig sind und im digitalen Raum agieren.

Der Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger weist seit Jahren darauf hin, dass Kinder zunehmend unvorbereitet in digitale Lebenswelten eintreten. Medienkompetenz müsse bereits ab der Grundschule beginnen, Eltern stärker einbezogen werden und Aufklärung dauerhaft erfolgen.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder hat oft lebenslange Folgen. Kein Strafmaß kann die lebenslange psychische Schädigung eines Kindes vollständig abbilden.

Auch der Rückgang der Rauschgiftdelikte um 38,4 Prozent ist differenziert zu betrachten und steht im Zusammenhang mit der veränderten Rechtslage durch das Cannabisgesetz.

Die Polizei arbeitet längst am Limit. Was wir brauchen, sind mehr Personal, moderne Technik und eine klare politische Haltung: Gewalt gegen Einsatzkräfte ist Gewalt gegen den Staat und darf nicht relativiert werden.

Die PKS 2025 zeigt keine Entspannung, sondern eine Verschiebung der Kriminalität hin zu komplexeren, digitaleren und sensiblen Deliktsfeldern.