15.01.2026
Zweite Verhandlungsrunde ohne
konkretes Angebot
Am Donnerstag, den 15. Januar 2026, wurde in Potsdam die zweite Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder fortgesetzt. Auch wenn die Gespräche in einer konstruktiven und respektvollen Atmosphäre geführt wurden, blieb die Arbeitgeberseite ein konkretes Angebot schuldig.
Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende und für Tarif zuständige Christian Ehringfeld erklärte dazu: „Dass es trotz erkennbarer Annäherungen noch kein konkretes Angebot gibt, ist ernüchternd. Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass die Gespräche sachlich und fair geführt werden. Nun erwarten die Beschäftigten jedoch spürbare Fortschritte.“
ver.di, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die GEW, die IG BAU sowie der dbb beamtenbund und tarifunion stellten gemeinsam klar, dass nicht allein das formale Vorliegen eines Angebots entscheidend sei. Maßgeblich sei vielmehr, ob sich die Arbeitgeber inhaltlich und ernsthaft auf unsere Forderungen zubewegen. Arbeitskampfmaßnahmen sind notwendig um weiterhin den Druck aufrechtzuerhalten.
Für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten der Länder fordern die Gewerkschaften weiterhin sieben Prozent mehr Entgelt innerhalb von zwölf Monaten, für die unteren Einkommensgruppen jedoch mindestens 300 Euro. Ein Tarifabschluss hätte zudem Auswirkungen auf mehr als eine Million Beamtinnen und Beamte der Länder, deren Besoldung sich an dem Ergebnis orientiert. Weiterhin sind rund eine Million Versorgungsempfänger:innen betroffen.
Die Gewerkschaften betonen, dass sie auf mögliche Aktionen, Demonstrationen und Warnstreiks in den kommenden Wochen gut vorbereitet sind. „Die Beschäftigten erwarten nun konkrete Bewegung. Der konstruktive Umgang miteinander ist eine gute Grundlage – jetzt müssen daraus auch Ergebnisse entstehen. Laufzeitvorschläge von 29 Monaten sind keine gute Grundlage”, so Ehringfeld. Der Arbeitgeberverband der Länder (TdL), dem alle Bundesländer mit Ausnahme Hessens angehören, hat sich bislang nur schwammig zu den Forderungen nach Entgeltsteigerungen positioniert.
Wir erwarten in der dritten Tarifrunde im Februar deutlich mehr auf den Tisch.Christian Ehringfeld, GdP-Tarifvorstand
Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam vorgesehen. "Die Arbeitgeber haben weiterhin die Möglichkeit, diese Tarifrunde partnerschaftlich und ohne unbefristete Streiks zu einem Abschluss zu bringen“, erklärte Ehringfeld. „Dazu braucht es
in der nächsten Runde konkrete Vorschläge. Wir werden den Druck jetzt erhöhen!“
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