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© Torben Krauß / GdP
Torben Krauß / GdP

19.01.2026

Zweite Verhandlungsrunde der Länder 2025/2026: Was du wissen solltest

TV-L 2025/2026 Tarif Tarifverhandlungen

Am 15./16. Januar 2026 hat die zweite Verhandlungsrunde mit der TdL stattgefunden.

Ein Durchbruch blieb aus – die Arbeitgeber bleiben in zentralen Punkten weit hinter unseren Forderungen zurück.

Die wichtigsten Ergebnisse und die Reaktionen der Arbeitgeber für euch in Kürze:

Entgelt & Laufzeit

  • Unsere Forderung von 7 Prozent wird als „zu hoch“ bezeichnet.
  • Mindestbetrag von 300 Euro: weiterhin klare Ablehnung.
  • Arbeitgeber wollen eine Laufzeit von 29 Monaten (2026–2028) mit Nullmonaten – erste Erhöhung frühestens Frühjahr 2026.
     

Zuschläge

  • Zeitzuschläge: kein klares Nein, aber auch kein Angebot.
     

Ausbildung

  • Azubis/Studierende/Praktikantinnen und Praktikanten: angeboten werden 120 Euro in drei Schritten (statt geforderter 200 Euro).
  • Übernahme: Fortschreibung der bisherigen Regelung und keine Bereitschaft zur Verbesserung.
    Vorziehen der Stufe 2 nur bei sehr guten Abschlussnoten.
  • Mobilitätszuschuss: ausgeschlossen.
     

Studentische Beschäftigte

  • Keine Tarifierung.
  • Angebot Mindeststundenlohn:
    2026: 15,06 Euro
    2027: 15,76 Euro
    2028: 16,49 Euro
     

Arbeitsbedingungen

  • Ost-West-Angleichung: Gespräche angekündigt.
    Stufengleiche Höhergruppierung: Arbeitsgruppe soll Vorschläge erarbeiten. 
  • Schicht- und Wechselschichtzulagen: 150 Euro für Wechselschichtzulage/60 Euro für Schichtzulage - keine Anhebung wie im TVöD.
  • Zusätzlicher freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder: klares Nein.
     

Weitere Themen

  • Übertragung auf Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger: bisher gibt es keine verbindliche Zusage zur zeit- und wirkungsgleichen Übernahme. Vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Lage der Länder ist davon auszugehen, dass selbst bei politischen Zusagen eine Übertragung auf die Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger deutlich verzögert oder nur unvollständig erfolgen wird.
  • Entgeltordnung / Paralleltabellen Lehrkräfte: Gesprächsbereitschaft, aber ohne konkrete Zusagen. Hinsichtlich der Eingruppierung wurde die Problematik des Arbeitsvorgangs wieder auf den Tisch gebracht. Hier wollen die Arbeitgeber Einschnitte vornehmen, um höhere Eingruppierungen zu verhindern.
     

Ohne spürbaren Druck von uns wird es keine Verbesserungen geben.

Fazit:

Die Arbeitgeber bewegen sich kaum. Reale Verbesserungen sind nicht in Sicht – im Gegenteil.

Besonders alarmierend ist, dass der Arbeitsvorgang wieder zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht werden soll. 

Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein massiver Angriff auf unsere Eingruppierungen. Wer den Arbeitsvorgang anfasst, öffnet die Tür für Abwertungen, Verschlechterungen und jahrelange Unsicherheit. Das dürfen wir nicht hinnehmen.

Statt eines Ergebnisses:

  • lange Laufzeiten,
  • Nullmonate,
  • minimale Erhöhungen,
  • und neue Themen, die uns am Ende schlechter stellen würden als zuvor.

Ohne spürbaren Druck von uns wird es keine Verbesserungen geben.

Jetzt ist der Moment, mehr zu tun als bisher.
Jetzt ist der Moment, sichtbar, laut und gemeinsam zu werden.
Jetzt ist der Moment, auf die Straße zu gehen.

Tarifverhandlungen werden nicht am Verhandlungstisch entschieden – sie werden dort entschieden, wo wir gemeinsam zeigen, dass wir es ernst meinen.

Beteiligt euch an den Aktionen und Warnstreiks! Sprecht eure Kolleginnen und Kollegen an!

Zeigt: Wir sind viele. Wer unsere Arbeit will, muss sie auch respektieren und ordentlich bezahlen.
Wer unsere Arbeitsbedingungen angreift, trifft auf Widerstand.

Jetzt ist die Zeit zu handeln.

Danke für eure Unterstützung!

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Tarifrunde 2025/2026