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... aus der Juni-DP - JOCHEN KOPELKE: DER KANDIDAT FÜR DEN GdP-CHEFSESSEL

Vernetzen, einmischen, zusammenstehen

Jochen Kopelke bewirbt sich als Kandidat des Bundesvorstandes um den GdP-Chefsessel. Foto: Jan Burau
Jochen Kopelke bewirbt sich als Kandidat des Bundesvorstandes um den GdP-Chefsessel. Foto: Jan Burau
Berlin.

Jochen Kopelke ist der Kandidat des Bundesvorstandes der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Wahl zum Amt des Bundesvorsitzenden beim 27. Ordentlichen Bundeskongress vom 12. bis 14. September in Berlin. In den Reihen der GdP ist er beileibe kein Unbekannter. Nach seinem Aufstiegslehrgang in den höheren Dienst und allerlei gemachten dienstlichen Erfahrungen sieht sich der Mittdreißiger gewappnet, das Steuer mit Tatendrang zu übernehmen. DP hat ihn angerufen.

Den Satz: „Das haben wir schon immer so gemacht“ möchte Jochen Kopelke niemals hören.

Jochen Kopelke, Kandidat für den GdP-Bundesvorsitz, läuft sich warm. Foto: Jan Burau
Jochen Kopelke, Kandidat für den GdP-Bundesvorsitz, läuft sich warm. Foto: Jan Burau
DP: Lieber Kollege Kopelke, bitte nenne drei Begriffe, die Dir spontan zur Gewerkschaft der Polizei (GdP) einfallen.
Jochen Kopelke: Stark. Authentisch. Kollegial.

DP: Als ehemaliger Landesvorsitzender in Bremen hattest Du bereits Gelegenheit, die GdP-Arbeit auf Landes- und Bundesebene kennenzulernen. Welche Erinnerungen daran möchtest Du teilen?
Kopelke: Als jüngster Landesvorsitzender wurde ich damals mit offenen Armen in den Kreis des Bundesvorstandes aufgenommen und von Anfang an tatkräftig unterstützt. Rasch wurden mir einerseits die regionalen Unterschiede, andererseits die verbindenden Gemeinsamkeiten der GdP deutlich. Das Zusammenwirken der Einzelnen in einer großen, erfolgreichen Organisation fand ich beeindruckend. Ich habe hitzige und laute Sitzungen erlebt, die dennoch sehr gute und richtungsweisende Beschlüsse zum Ergebnis hatten – zum Beispiel unser Ausstieg aus EuroCOP und der damit verbundene viel zielgerichtetere GdP-Weg nach Brüssel.

DP: Berlin ist Dir also nicht fremd?
Kopelke: Im Gegenteil. Der Ausbau der Sitzungssäle unserer GdP-Bundesgeschäftsstelle hat mir verdeutlicht, wie wichtig es ist, über Räume des Zusammenkommens zu verfügen. Ich habe diese Anregungen damals mit nach Bremen genommen. Mit Blick auf die Corona-Pandemie verstehe ich jedoch heute noch viel besser, dass uns unser bundesweiter persönlicher Austausch in Sitzungen, auf Seminaren oder auch ohne Anlass und bei Treffen in lockerer Runde prinzipiell immer bereichert. Der Polizeiberuf und unsere Gewerkschaftsarbeit in Land und Bund sind nun einmal geprägt von Interaktion und Kommunikation. Und dies bitte in Präsenz und seltener digital. Wir brauchen das Persönliche. Das holen wir uns jetzt zurück.

DP: Was hat Dich dazu bewogen, für das Amt des Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu kandidieren?
Kopelke: Mein Herz schlägt uneingeschränkt und nach wie vor für unsere tolle GdP, und jetzt bietet sich die Chance zur Kandidatur für das wichtigste Amt unserer Organisation auf Bundesebene. Verantwortungsübernahme, Entscheidungsfreudigkeit, Kommunikation, Gremienarbeit und Teamplay sind Stärken, die mich ausmachen. Davon und meinen Vorstellungen für die GdP der Zukunft möchte ich die Delegierten im September überzeugen.

DP: Aus dem Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand wird nahezu die gesamte Spitze ausscheiden.
Kopelke: Genau. Es zeichnet sich ein Generationenwechsel ab. Ich möchte Teil eines durchdachten Wechsels werden und stelle mich daher zur Wahl.

DP: Du bist jetzt 37 Jahre alt. Ist das nicht ein bisschen zu jung für einen solch gewichtigen Posten?
Kopelke: Nein. Das Team, der Mut und die Fähigkeiten jedes Einzelnen darin sind ausschlaggebend. Alter, ganz gleich, ob jung oder alt, ist kein Argument gegen aktive Gewerkschaftsarbeit oder einen Posten in unserer Gewerkschaft.

DP: Was würde Dich als GdP-Bundesvorsitzenden auszeichnen?
Kopelke: Meine kollegiale, offene und moderne Art. Ich schaue gerne über den Tellerrand hinaus. Ich denke gewerkschaftlich, bin an den Meinungen Anderer interessiert und habe klare Ziele und Vorstellungen für unsere GdP und für die Polizeiarbeit hierzulande vor Augen. Ich bin ein Freund der digitalen Welt, ohne dabei ausschließlich digital unterwegs zu sein. Analog reden macht mehr Spaß! Ich scheue keine Konflikte, aber kann diese auch moderieren und lösen. Ich werde oft nach Rat gefragt und frage andere danach. Teamplay macht mir Spaß und mein Kreuz breiter.

DP: Die politische Musik spielt in Berlin, die Medien sind nahe am Geschehen. Wie wichtig ist es für Dich, vor Ort zu sein?
Kopelke: Sehr wichtig! Wer erfolgreiche Medienarbeit gestalten will, muss ja nicht nur Interviews geben. Die komplexe Medienwelt ist weit mehr als das. Performt und bewegt wird jedoch oft in Berlin. Die Musik aus der Hauptstadt schallt auch in die Länder. Hier bietet sich die große Chance, die GdP zu einem wirklich mächtigen Akteur aufzubauen. Die Arbeit des Bundesvorsitzenden soll noch stärker und positiver in die Länder ausstrahlen und dort effektiv aufgenommen werden können. So stelle ich mir das vor. Um dieses Ziel umzusetzen, werde ich ansprechbar, nah an den Mitgliedern und erreichbar sein. Ich bin vor Ort im Geschehen, so wie ich das aus Einsatzlagen als Polizeiführer und dem „Führen von Vorne“ kenne.

Wir sind mutig, authentisch und lehnen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze ab

Nicht verraten: Jochen Kopelke verputzt Fischbrötchen beim Fußball. Foto: Jan Burau
Nicht verraten: Jochen Kopelke verputzt Fischbrötchen beim Fußball. Foto: Jan Burau
DP: Durch Deine Tätigkeit im Bremer Innenressort konntest Du Erfahrungen an der Schnittstelle zu den politischen Entscheidern sammeln ...
Kopelke: Stimmt. Erfahrungen mit Innenministerkonferenzen, Anträgen und Gesetzen im Bundesrat, Ausschussabläufen und Regierungsarbeit auf Landesebene oder diverses polizeiliches Einsatzgeschehen sowie dessen Wahrnehmung. Das habe ich auch im Gepäck meiner Kandidatur.

DP: Mit der eigenen Kampagne #100für100, dem AfD-Unvereinbarkeitsbeschluss und der öffentlichen Debatte über das Erforschen der demokratischen Verfasstheit der Polizei, hat die GdP heiße Eisen angefasst ...
Kopelke: Richtig so! Wir sind mutig, authentisch und lehnen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze ab. Im Übrigen verdienen wir Verbesserungen und Wertschätzung, weil wir gute Arbeit auf gefährlichem Terrain leisten. Oft werden wir angefeindet, verletzt und benachteiligt. Die Erlebnisse im Polizeiberuf sind einzigartig und nicht vergleichbar mit anderen Berufsgruppen. Darunter fallen leider auch teils traumatische Erfahrungen. Wenn andere das so nicht sehen, dann müssen wir denen das halt erklären.

DP: Zum Beispiel?
Kopelke: Die Arbeit der Polizeibeschäftigten im Vollzugs-, Verwaltungs- und Tarifbereich muss in allen Ländern und im Bund gleich betrachtet werden. Länderübergreifende Polizeieinsätze dürfen nicht mehr länger durch ungleiche Bezahlung, unterschiedliche Rechtsgrundlagen und Ausstattung beeinflusst werden. Wir müssen weiter den Finger in die Wunde legen. Wir müssen weiterhin das Ungleichgewicht unserer vergleichbaren Arbeit hierzulande verdeutlichen und eine Abkehr von den negativen Wirkungen der Föderalismusreform schaffen.
Da hat der jetzige Geschäftsführende GdP-Bundesvorstand gut vorgearbeitet.

DP: Der Polizei wird vorgeworfen, demokratisch nicht gefestigt zu sein.
Kopelke: Es ist richtig und notwendig, dass die GdP seit Längerem an diesem Thema nach innen und außen intensiv und engagiert mitwirkt. Aber ich stelle schon jetzt in aller Deutlichkeit fest: Pauschalität untergräbt die Realität. Fakt ist: Wir tolerieren keine Rassisten und Extremisten in unseren Reihen! Wir dürfen nicht nachlassen, die Resilienz der Polizei gegenüber demokratiefeindlichen Umtrieben zu stärken. Mit Blick auf unsere polizeiliche Arbeit, die intensive demokratische Integrität erfordert, stehe ich daher voll und ganz hinter unserem AfD-Unvereinbarkeitsbeschluss.

DP: Welche Schwerpunkte würdest Du als Vorsitzender setzen wollen?
Kopelke: Ich möchte die GdP mit allen wichtigen Akteuren stärker vernetzen, mich mehr bei relevanten Themen einmischen. Ich möchte uns digital noch sichtbarer und moderner sehen, die Mitgliederzahlen ausbauen und Mitbewerbern ganz klar den Rang ablaufen. Dafür brauchen wir eine kollegiale Atmosphäre und eine greifbare Aufbruchstimmung in unserer Organisation.

DP: Und inhaltlich?
Kopelke: Einiges hatte ich ja bereits erwähnt. Wichtig ist, dass sich Bund und Länder nicht weiter auseinanderdividieren lassen. Unsere Arbeit muss besser bezahlt werden, Zulagen müssen allen Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen zuteilwerden. Außerdem darf uns unser Beruf nicht krankmachen. Unsere Absicherungen müssen auf den Prüfstand, und wir brauchen neue Wege in der Tarifpolitik für unsere speziellen, nicht mit anderen Berufsgruppen vergleichbaren Tätigkeiten.

DP: Die GdP ist quasi unbesiegbar, wenn sie geschlossen auftritt, oder? Was kannst Du dazu leisten? Was sind Deine Erwartungen an die Länder und Bezirke?
Kopelke: Geschlossenheit macht stark. Sie darf jedoch nicht Engagement, Erfahrung und Moderne unterdrücken. Wir müssen aufgeschlossen bleiben. Gegenseitige Unterstützung ist das A und O unseres Erfolges. Ich erwarte Kreativität und möchte bitte niemals den Satz hören: „Das haben wir schon immer so gemacht“. Ich freue mich auf neuen Mut und frische Impulse. Von unseren Mitgliedern erhoffe ich mir Tatendrang im Arbeitskampf und in der proaktiven Mitgliedergewinnung. Unsere Personengruppen fordere ich auf, weiter so gut für ihre Interessen einzustehen und das Bundesführungsteam zu fordern. Ich erwarte einen ehrlichen Umgang ohne verletzende und diskriminierende Sprache. Unsere GdP ist bunt, aktiv und laut!

DP: Lieber Kollege Kopelke, was sollten die DP-Lesenden lieber nicht von Dir wissen?
Kopelke: Ich esse gerne Fischbrötchen im Bremer Weserstadion, ich höre gerne laute Musik bei Autofahrten und singe auch manchmal mit. Mich gibt’s zweimal, Kaffee statt Wasser, ich mag warmes Bier lieber als eiskaltes. Manchmal mähe ich Rasen nach 13 Uhr. Und ich lasse manchmal Fünfe grade sein. Oh, jetzt habe ich es doch verraten. (lacht)

DP: Vielen Dank für das Gespräch. Wir sehen uns auf dem Bundeskongress.
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