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Fachgespräch zur Cyberkriminalität

Cyberkriminalität in Brandenburg. Sind wir gut aufgestellt? GdP folgt der Einladung zum Austausch mit Experten der Polizei Brandenburg und der Wissenschaft zum Thema Cyberkriminalität in Brandenburg und Auswirkungen auf die polizeiliche Arbei

„Wir bekenn uns zu einer bürgernahen, modernen und vielfältigen Landespolizei. Die Koalition ist sich einig, dass die Weiterentwicklung der Handlungsschwerpunkte der Polizei den zukünftigen Anforderungen Rechnung trägt.“  (Koalitionsvertrag für Brandenburg 2019-2024 von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen, Nr.3.3 Inneres und Justiz, Zeile: 2664) 


Mit der Kernforderung nach einer modernen, innovativen und technisch gut ausgestatteten Polizei, die sowohl im analogen als auch im digitalen Raum mit Kompetenz für Sicherheit sorgt, eröffnete die frisch gewählte Landesvorsitzende der GdP, Anita Kirsten den Landesdelegiertentag im Februar dieses Jahres. Dr. Jan Redmann, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und Björn Lakenmacher, Innenpolitischer Sprecher der CDU nahmen die Forderungen der GdP Brandenburg zum Anlass, sich über die aktuelle Lage im Bereich Cyberkriminalität im Weiteren, als auch im engeren Sinne, von Expert:innen der Polizei des Landes Brandenburg und der Wissenschaft briefen zu lassen. 


Neben der Kernfrage, welche aktuellen Gefährdungslagen im Bereich Cyberkriminalität besteht, sollte es auch darum gehen, welche Anforderungen an die polizeiliche Arbeit der Zukunft bestehen und wie man diesen bestmöglich begegnen kann. Dank der polizeilichen und wissenschaftlichen Expertise konnte der Bereich von kriminellen Handlungen im virtuellen Raum sowohl aus kriminalistischer als auch aus kriminologischer Sicht eingehend beleuchtet werden. Das LKA Brandenburg genießt im Bundesgebiet mit dem 2016 gegründeten Cyber-Competence-Center einen sehr guten Ruf. Um jedoch immer auf hohem Niveau und auf dem neusten Stand der Technik zu arbeiten, bedarf es hier stetig neuer Investitionen sowohl in die IT-Infrastruktur als auch in Software, die dringend zur Auswertung von Daten und digitalen Spurenträgern benötigt wird. Weiterhin befinden wir uns mitten in der Transformation, die digitale Welt nimmt immer mehr Raum im analogen Leben ein. Menschen bewegen sich in virtuellen Welten, erledigen Behördengänge online, kaufen und daten online, Gerichte und Ministerien arbeiten mit E-Akten, im Straßenverkehr kommt das automatisierte Fahren und zu Haus erhalten wir „Lebenshilfe“ durch künstliche Intelligenz. Ähnlich dem analogen Raum können auch hier überall Handlungsfelder für die Polizei entstehen. Dafür muss die polizeiliche IT-Infrastruktur dringend ausgebaut und erweitert werden. Weiterhin gilt es nicht nur Führungs- und Einsatzmittel mit digitalen Endgeräten zu erweitern, sondern auch unsere Kolleginnen und Kollegen zu schulen und weiterzubilden, um mit den zur Verfügung gestellten Geräten auch handlungssicher und kompetent umgehen zu können. Verträge, Lizenzen und der stetige Ausbau von Technik wird immer Geld kosten. Hierfür fordert die GdP einen Sonderfonds (Digitalisierung) um die Polizei des Landes Brandenburg stetig und haushaltsunabhängig technisch und personell weiterentwickeln zu können.

Ein wichtiger präventiver Aspekt im Umgang mit Kriminalität im virtuellen Raum ist die Medienkompetenz. Hier forderte der Experte und Cyberkriminologe Dr. Thomas Gabriel Rüdiger die Politik ein weiteres Mal auf sich für die Vermittlung von Medienkompetenz ab der ersten Klasse als verpflichtendes Schulfach stark zu machen. Denn nur wenn wir unsere Kinder von Anfang an fit machen, können sie auch resilient gegenüber kriminellen Handlungen werden. „Und das medienkompetente Kind von heute ist der medienkompetente Mitarbeiter von morgen, betonte Dr. T.G. Rüdiger.

Die Gewerkschaft der Polizei bedankt sich für das konstruktive Gespräch in angenehmer Atmosphäre. Die GdP sowie die Expert:innen aus Polizei und Wissenschaft hoffen das Innere Sicherheit wieder mehr in den Fokus von politischen Entscheidungen rückt. Wir freuen uns auf weitere Gespräche. 
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