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Abschiedskonzert des Polizeiorchesters Berlin

Berlin.

Am Sonntag, dem 21. Dezember 2003 findet um 11.00 Uhr das Abschiedskonzert des Polizeiorchesters Berlin (POB) im großen Sendesaal des RBB in der Masurenallee statt.

Der Berliner Senat und die Koalitionsfraktionen SPD und PDS haben das POB zum 31.12.2003 aufgelöst. Die befristeten Arbeitsverträge von 12 Musikern wurden nicht mehr verlängert, die verbleibenden 20 Musiker, weiterhin vom Land Berlin bezahlt, sollen dem Landespolizeiorchester Brandenburg zugewiesen werden.

Der Landesbezirksvorsitzende der GdP Eberhard Schönberg hat heute die Verdienste dieses Traditionsorchesters gewürdigt:
„Das POB

· war das Protokollorchester des Landes Berlin und absolvierte in dieser Eigenschaft sowie als Werbe- und Sympathieträger der Berliner Polizei jährlich über 150 Konzerte vor ca. 200.000 Zuschauern.
· ist über 150 Jahre alt und war eine feste Berliner Institution, die weit über die Grenzen unserer Stadt bekannt ist.
· war Bestandteil des Anti-Gewaltprogramms des Landeskriminalamtes, das in Berliner Schulen durchgeführt wird. Es ist in Schulen aufgetreten, um bei Pädagogen und Schülern über die internationale Sprache der Musik und seiner multikulturellen Besetzung Berührungsängsten und Hemmschwellen bei polizeilichen Kontakten abzubauen. Parallel zu den musikalischen Darbietungen wurde in Rollenspielen geübt, kritische Situationen drohender Gewalt im öffentlichen Raum ohne Waffen zu bewältigen, andere in solchen Situationen zu Hilfeleistungen zu motivieren und selbst gewaltlos effektiv Hilfe zu leisten.
· war Bestandteil polizeilicher Einsatzmaßnahmen. So hatte es sich z.B. in den vergangenen Jahren als Teil des deeskalierenden AHA-Konzeptes der Berliner Polizei zum 1. Mai etabliert.
· war durch die Wahrnehmung wichtiger polizeirelevanter Aufgaben und vieler anderer Aktivitäten, die ein positives Bild der Polizei in der Öffentlichkeit bewirken, ein fester Bestandteil der gesamten Berliner Polizei und deshalb keine Luxuseinrichtung in der Zeit „voller Kassen“.

Das ist eine von vielen Entscheidungen dieses Senats, für die die Bevölkerung wenig Verständnis hat, so Schönberg abschließend. Das POB war bei den Menschen in der Stadt und über ihre Grenzen hinaus außerordentlich beliebt. Es ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Berliner Polizei eigentlich nicht ersetzbar. Wir bedauern zusammen mit vielen Menschen die Auflösung des Polizeiorchesters Berlin, das hätte bestehen bleiben können, wenn der Senat dem POB die Chance gegeben hätte, sich selbst zu vermarkten. Dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ging es aber wie immer nur ums Prinzip, nicht um die Sachentscheidung.
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