Jüdisches Leben und die Polizei
Der Antisemitismus ist in Deutschland verwurzelt. Das ist zwar eine bedrückende Tatsache, aber eine, die wir nicht auf Dauer akzeptieren müssen, und tolerieren erst recht nicht! In unserer DP hat der damalige Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, gesagt: „Leider haben wir hier eine jahrhundertealte antisemitische Tradition, die auch nach der Shoah nicht abgebrochen ist.“ Das muss man erst einmal sacken lassen. Und dann agieren…
Die GdP will ihre gesellschaftspolitische Teilhabe dafür nutzen, dass jüdisches Leben in unserem Land allerorten ein gänzlich unbedarftes Dasein führt. Es muss eine positive Normalität Einzug halten. Dazu bedarf es mindestens zweier Wege. Der erste: Antisemitismus jedweder Couleur muss konsequent verfolgt und bestraft werden. Der zweite: Wir alle müssen mehr über das Judentum wissen. Wer höchstens Halbwissen besitzt und krude Vorurteile ungeprüft übernimmt, womöglich weiterträgt, ist leichte Beute für die entsetzlichen Scharfmacher, die Jüdinnen und Juden für alles Ungemach der Welt Schuld andichten und unschuldige Menschen großen Gefahren aussetzen. Wir alle wissen auch um die Macht der sozialen Medien.
Neben ihrer politischen Einflussnahme will die GdP insbesondere in Bildungsprogrammen und mit Kooperationen jüdisches Leben in Deutschland, in Europa, selbstverständlich werden lassen. Die ersten Schritte sind bereits gemacht, weitere werden sukzessive folgen. Wir sind stolz darauf, unserer demokratischen Verpflichtung mit Klarheit, Haltung, Vehemenz, Ausdauer und großem Engagement nachzukommen.
Sven Hüber, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP)
Kooperationspartner
Simon-Wiesenthal-Center (SWC)
Die GdP und das Simon Wiesenthal Center kooperieren seit 2024 im Bildungsbereich.
Durch die Bildungspartnerschaft mit dem Simon Wiesenthal Center erweitert die GdP ihre Kooperationspartnerschaften und Netzwerke länderübergreifend in den Bereichen Antisemitismus und jüdisches Leben – ebenso zur US-amerikanischen Polizei und den Polizeigewerkschaften. Mit besonderem Blick auf die Bewältigung komplexer Herausforderungen in den Bereichen Antisemitismus, Hassverbrechen und Beziehungen zu Minderheiten sind die Erfahrungswerte des Simon Wiesenthal Centers für die GdP von wichtiger Bedeutung. Gestärkt wird das Ziel, Polizeibeschäftigte darin zu unterstützen, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu verteidigen und Resilienz gegenüber derer Feinde aufzubauen.
Eine GdP-Delegation unter Führung des Bundesvorsitzenden Jochen Kopelke und seinen Vorstandskollegen Sven Hüber, Alexander Poitz und Katrin Kuhl folgten Ende Mai 2024 voller Spannung und erwartungsfroh der Einladung zum Headquarter der jüdischen Menschenrechtsorganisation ins kalifornische Los Angeles. Dort erlebten und erfuhren sie an vier mit Themen vollgepackten Tagen und einem umfangreichen Programm, wie Bildungsarbeit zu den Themen „Jüdisches Leben und Antisemitismus“ strukturiert sein kann, welche Methoden und Bildungskonzepte vornehmlich für Polizeibeschäftigte entwickelt wurden und wie man diese für die gewerkschaftspolitische Arbeit in Deutschland adaptieren könnte.
Fachtag SWC in Berlin
Im Januar 2025 fand in der Bundesgeschäftsstelle der Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Fachtagung zum Thema „Jüdisches Leben und Polizei“ statt. Mit dabei: eine Delegation des US-amerikanischen Simon Wiesenthal Centers (SWC), unter Führung von Rabbi Abraham Cooper, die Antisemitismusbeauftragte und Dozentin der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol), Dr. Haydée Mareike Haass, zwei Vertreter der niederländischen Polizeigewerkschaft NPB (Nederlandse Politiebond) sowie nicht zuletzt der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser.
March of the Living
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nahm am March of the Living bei dem internationalen Gedenkmarsch vom ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz nach Birkenau dabei. Der Marsch in 2025 markierte den 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und wurde von Holocaust-Überlebenden, ihren Familien und Teilnehmern durchgeführt.
Mit über 50 hochrangigen Führungskräften aus Polizei, Justiz und Sicherheitsbehörden aus zwölf Ländern stellte die Veranstaltung die größte Polizeibeteiligung in der 35-jährigen Geschichte des March of the Living dar. Sie ist Teil einer weltweiten Initiative, um Polizeikräfte im Umgang mit Antisemitismus und Hassverbrechen zu stärken.
