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GdP-Bundesvorsitzender bei Nachrichtensender N24 und gegenüber der Funke-Mediengruppe und "Die Welt":

Malchow verurteilt populistische Äußerungen im Zusammenhang mit schweren Straftaten von Freiburg und Bochum scharf

Foto: Screenshot N24.de
Foto: Screenshot N24.de
Berlin.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat populistische Äußerungen im Zusammenhang mit den schweren Straftaten von Freiburg und Bochum scharf verurteilt. In einem Studiogespräch mit dem Nachrichtensender N24 am Dienstag in Berlin sagte Malchow, diese Fälle eigneten sich nicht, Angst in der Bevölkerung, insbesondere vor ausländischen Personengruppen oder Flüchtlingen, zu schüren.

Das Mordopfer nicht noch einmal zur Hetze gegen Flüchtlinge missbrauchen

Die jüngsten Sexualverbrechen seien abscheulich. Jedoch seien sie von der Polizei mit akribischen Ermittlungen aufgeklärt und die Täter dingfest gemacht worden. Das heiße, die Strafverfolgungsbehörden funktionierten", betonte der GdP-Chef im N24-Fernsehinterview.

Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ hatte Malchow am Montag Äußerungen des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, mit den Worten zurückgewiesen: „„Rainer Wendt tut so, als würde er damit für die Polizei sprechen. Dabei wird er seiner Verantwortung nicht gerecht. Er schürt mit seinen Sätzen die Ängste der Menschen. Wie kann man denn behaupten, dass es diese Tat ohne die massenhafte Zuwanderung nicht gegeben hätte? Dabei hat nie jemand in Frage gestellt, dass auch Menschen einreisen, die hierzulande Straftaten begehen. Ich finde, er verhöhnt das Opfer. Es ist unerträglich, dass das Mordopfer noch einmal missbraucht wird, um gegen Flüchtlinge zu hetzen.“

Mit 7.022 polizeilich erfassten Fällen von Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen verzeichnet die Kriminalstatistik 2015 den niedrigsten Stand seit 2001. Malchow: „Statistiken trösten weder die Opfer solcher schrecklichen Taten noch deren Angehörige. Dennoch gehören sie auch zur Wahrheit über die Sicherheitslage in Deutschland dazu.“

Tatbestand genau anschauen

In einem Gespräch mit der Funke-Mediengruppe am Dienstag warnte Malchow eindringlich vor einer Generalisierung der Täter. "Die Straftaten in Freiburg und Bochum lassen keine Verallgemeinerungen zu", sagte er den Zeitungen.

Die Taten seien abscheulich und grausam, betonte der GdP-Chef, aber daraus einen direkten Zusammenhang zu der Flüchtlingswelle herzustellen, missbrauche die Opfer ein zweites Mal. "Aber Aufgabe der Polizei ist es, sich den Tatbestand genau anzuschauen und nicht noch Ängste zu schüren. Wichtig ist, die Straftaten aufzuklären. Die Täter müssen wissen, dass sie in Deutschland einem hohen Entdeckungsrisiko ausgesetzt sind", stellt Malchow klar.