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Ein Jahr nach Länderspiel-Absage in Hannover

GdP Niedersachsen fordert Verbesserungen für Einsatzkräfte

Hannover.

Ein Jahr nach dem abgesagten Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Niederlande in Hannover fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen bessere Ausstattung, mehr spezifische Schulungen sowie intensivere Betreuung der Einsatzkräfte.

Schilff: "Es waren Kräfte dabei, die nicht wussten, was auf sie zukommt"

Am 17. November 2015, vier Tage nach den Anschlägen in Paris, war in Hannover das Länderspiel des DFB-Teams gegen Holland geplant. Die Politik positionierte sich, dass man dieses Spiel nun erst recht durchführen müsse. Unmittelbar vor der Öffnung der Tore wurde die Begegnung aufgrund einer konkreten Terrorwarnung abgesagt. Die GdP Niedersachsen hatte bereits am 16. November 2015 mit einer Pressemitteilung die Brisanz der Begegnung deutlich gemacht und auf das mulmige Gefühl der eingesetzten Kolleginnen und Kollegen hingewiesen. Nach der Absage des Spiels forderte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff gegenüber den Medien, dass die Rahmenbedingungen der Polizei in Bezug auf derartige Anschlagswarnungen verbessert werden müssten.

„Bei dem Einsatz am 17. November 2015 waren Einsatzkräfte dabei, die nicht ausreichend ausgestattet waren, die nicht wussten, was auf sie zukommen kann, und die im Nachhinein von mehr als einem mulmigen Gefühl gesprochen haben“, erinnert sich Schilff. In der Folge sprach sich die GdP neben der Forderung nach besserer Ausstattung und mehr Schulungsmaßnahmen auch für eine intensivere Vorbereitung und Betreuung der Einsatzkräfte aus. „Insbesondere in Bezug auf die Ausstattung hat die Landesregierung reagiert und es werden Schutzwesten, Helme und weiteres angeschafft. Bei den Schulungsmaßnahmen für alle Polizeibeschäftigten, wie mit den neuen terroristischen Bedrohungen im Arbeitsalltag umzugehen ist, sowie bei intensiverer Nachbetreuung bei den persönlichen Betroffenen, besteht allerdings noch Handlungsbedarf“, betont der GdP-Landesvorsitzende: „Ich war am 17. November 2015 selber im Einsatzraum sowie im Stadion, bevor die Stadiontore geöffnet wurden. Damals war ich schockiert und bin es auch heute noch, dass uns der Terror diese Ausnahmesituation aufdrückt. Wie müssen sich erst die Polizeikräfte gefühlt haben, die bei Kontrollen vor dem Spiel und in Hannover insgesamt nach dem Spiel nicht wussten, was auf sie zukommt. Hier bestehen aktuell und auch zukünftig Notwendigkeiten bei der Ausstattung sowie bei wertschätzenden Maßnahmen. Finanzielle Vorbehalte darf es hierbei keinesfalls geben, wenn es um die Sicherheit der Einsatzkräfte geht.“