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DEUTSCHE POLIZEI

Ausgabe August 2017

„Wir haben noch nie so ein Ausmaß an menschenverachtender Gewalt erlebt“, heißt es bei der Hamburger Polizei. Stundenlange Gewaltexzesse von mehr als 1.500 Autonomen und Linksextremisten im Schanzenviertel. Die Nacht zum 8. Juli am Rande des G20-Gipfels in der Hansestadt geht als schwarzes Kapitel in die Geschichte ein. Blinde Zerstörungswut, verbunden mit brutalen Attacken von größtenteils vermummten „Krawalltouristen“ aus mehreren Ländern Europas auf Polizistinnen und Polizisten waren an der Tagesordnung. Die erschreckende Bilanz: Mehr als 476 verletzte Kolleginnen und Kollegen seit 22. Juni, darunter etliche mit schweren Verletzungen.

Entsetzen über den Hass gegenüber der Polizei

Nicht wenige der insgesamt eingesetzten 21.000 Beamtinnen und Beamten hatten angesichts der bürgerkriegsähnlichen Situation, die Hamburg nach Auskunft der Innenverwaltung in dieser Form noch nicht erlebt hat, Angst um ihre Gesundheit. „Ich hoffe, dass es den verletzten Kolleginnen und Kollegen bald besser geht und wünsche ihnen gute Genesung“, betonte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow unmittelbar nach dem Einsatz.

Malchow zeigte sich entsetzt über den blanken Hass. „Diese Anarchie macht uns fassungslos. So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagte er und stellte mit Blick auf die Gipfeltage klar: „Wer die Schuld für die massiven Ausschreitungen bei der Polizei sucht, stellt sich auf die Stufe mit den Randalierern und Straftätern und macht sich mit ihnen gemein.“ GdP-Vertreter, die tage- und nächtelang vor Ort waren, äußerten sich schockiert: „Die kriminellen Gewalttäter haben kaltblütig den Tod von Polizistinnen und Polizisten in Kauf genommen.“

Die große Belastung der eingesetzten Kräfte kritisierte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek. Viele Beamtinnen und Beamte seien noch mit Überstunden des vergangenen G7-Gipfels aus dem bayerischen Elmau Mitte 2015 angereist. „Es geht ans Eingemachte, da ein Teil der Kolleginnen und Kollegen schon seit Wochen für Sicherheitsaufgaben in Hamburg weilten, andere vor dem Gipfeleinsatz hier auch in ihren Bundesländern und für den Bund Aufträge erfüllen mussten. Aber trotzdem, das sind Profis“, so der GdP-Vize.

„Das hat mit Protest gegen soziale Ungerechtigkeit nichts zu tun“

Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende und Landeschef Niedersachsens Dietmar Schilff verurteilte die Angriffe „auf das Schärfste“. „Das hat mit Protest gegen soziale Ungerechtigkeit überhaupt nichts zu tun. Die friedlichen Globalisierungskritiker werden in Misskredit gebracht“, sagte er, nachdem er sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatte. Es werde kritisch zu hinterfragen sein, ob es richtig war, den G20-Gipfel in Hamburg so in dieser Form durchzuführen. Unabhängig davon habe niemand das Recht, Gewalt gegen Menschen und Sachen auszuüben.

Schon Wochen bevor der G20-Gipfel in die heiße Phase ging, waren tausende Beamtinnen und -beamte in der Hansestadt im Einsatz. Und die GdP mit rund 150 Einsatzbetreuern immer vor Ort und nahe an den Polizistinnen und Polizisten - Tag und Nacht. Rund 75 GdP-Teameinsätze wurden letztlich gefahren. Die Betreuerinnen und Betreuer waren mit Getränken in Thermorucksäcken und Kühlboxen unterwegs, auch an Obst, Sonnencreme für den Objektschutz und Erdnüsse für den Elektrolythaushalt der sicher ins Schwitzen kommenden Einsatzkräfte dachten die emsigen freiwilligen Helferinnen und Helfer.

Weitere Themen:

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