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Konrad Freiberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp

Mehr Zivilcourage gegen rechtsextreme Tendenzen

Hamburg (ddp).

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert die Länderpolizeien auf, "neue Prioritäten" im Kampf gegen die rechte Gewalt in Deutschland zu setzen.

Rechtsextremisten müssten nach Überfällen und Angriffen auf die Schwachen der Gesellschaft mit aller Konsequenz verfolgt werden, sagte der GdP-Vize Konrad Freiberg der Nachrichtenagentur ddp in Hamburg. Dazu gelte es, innerhalb der Polizei die Kräfte und Mittel so um zu strukturieren, dass die Staatsmacht Neonazis "auf Schritt und Tritt verfolgen kann". Hier sei ein Umdenken in der Polizei, aber auch in der Justiz notwendig.

Freiberg verlangte zugleich "deutlich mehr Zivilcourage" gegen die rechtsextremen Tendenzen. Es stimme ihn nachdenklich, dass die Empörung in Teilen der Bevölkerung sich in Grenzen halte, wenn Bettler oder schwarze Asylbewerber "von dumpfen Neonazis" zu Tode getreten werden, sagte er. "Es muss uns gelingen, dass die dummen, feigen und zu verachtenden Neonazi-Typenvon der Gesellschaft isoliert werden." Angesichts jüngster rechtsextremer Überfälle müsse sich jeder, der "jammert, fragen lassen, was er dagegen tut - als Polizist, als Richter oder auch als Politiker". Freiberg betonte: "Sonntagsreden allein reichen nicht aus".

Der GdP-Vize wies Vorwürfe zurück, dass in der Polizei "vermehrt rechte Auffassungen" festzustellen sind. Unter den Polizeibeamten gebe es zwar unterschiedliche politische Ansichten, doch "keinen rechten Trend".