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Norbert Spinrath in der Kreiszeitung Syke

Sollen Schwarzfahrer und Sprayer hinter Gitter?

Hartnäckige Wiederholungstäter, bei denen keine andere Maßnahmen gefruchtet haben, sollen auch mit Haftstrafen rechnen müssen. Bei Ersttätern, vor allem jugendlichen Ersttätern, muss zunächst auf andere Art und Weise probiert werden, sie wieder auf den rechten Weg zu bekommen.

Das kann auch bedeuten, dass solche Täter nicht nur den Schaden wieder gut machen müssen, sondern darüber hinaus verpflichtet werden, soziale Arbeit zu verrichten. Auch fallen in den Unternehmen, die durch Schwarzfahrer jährlich um hohe Summen geschädigt werden, beispielsweise Reinigungs- und Reparaturarbeiten durch Vandalismusschäden an, die letztendlich der Verbraucher bezahlt. Hier könnten Schwarzfahrer tätige Reue zeigen.

Ich bin sehr dafür, ungenehmigte Graffiti an Privat- oder Gemeinschaftseigentum grundsätzlich als Sachbeschädigung einzustufen und zu ahnden. Auch sollte damit Schluss gemacht werden, illegaler Graffiti den Mantel des künstlerischen Ausdrucks umzuhängen. In den überwiegend meisten Fällen handelt es sich um nichts anderes, als um Schmierereien, deren Beseitigung den Steuerzahler jährlich Millionen kostet.

Eine Verschärfung der Gesetze bringt aber solange nichts, als die personellen Möglichkeiten, diese Gesetze auch nachhaltig zu überwachen, nicht gegeben sind. Schwarzfahren bekämpft man am besten mit Fahrkartenkontrollen und Sprayer zu fassen, erfordert personalintensive Ermittlungsarbeit. Den höchsten Abschreckungswert hat die hohe Wahrscheinlichkeit, auf frischer Tat ertappt zu werden. Solange Ordnungsbehörde und Polizei personell weiter ausgedünnt werden, ist das Risiko, erwischt zu werden, allerdings nicht besonders groß.