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GdP zu Kriminalstatistik 2003

Politiker sollen damit aufhören, die Kriminalitätsentwicklung schön zu reden

Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilt nicht die Auffassung von Bundesinnenminister Otto Schily, der bei der offiziellen Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2003 am Montag in Berlin eine "in der Gesamtbewertung positive Bilanz der Inneren Sicherheit" gezogen hat.

GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg. "Die Politiker sollten aufhören, die Kriminalitätsentwicklung schön zu reden. Die Zahl der Straftaten hat sich auf ein viel zu hohes Niveau fest betoniert. Die daraus entstehende Kriminalitätsbelastung für die Bürger ist insgesamt zu hoch."

Die Warnung der Gewerkschaft der Polizei vor der seit Jahren zu beobachtenden Brutalisierung der Gesellschaft hat sich erneut bestätigt. Mit einem Anstieg von 3,4 Prozent liegt die Gewaltkriminalität weit über dem Anstieg der Gesamtkriminalität. Freiberg: "Zwei Drittel dieser Fälle waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Das zunehmende Gewalt zum Alltag unserer Gesellschaft gehören soll, akzeptieren wir nicht."

Die Gewerkschaft der Polizei befürchtet nach wie vor, dass die Dunkelziffern bei einzelnen Delikten immer höher werden. Freiberg: "Durch die Bekämpfung des internationalen Terrorismus steht eine große Anzahl von Polizeibeamtinnen und -beamten für die übrige Kriminalitätsbekämpfung nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig setzt sich der Personalabbau durch die Rotstift-Politik in den Bundesländern weiter fort. Da viele Straftaten ohne die Polizei aber unentdeckt bleiben und viele Bürger resigniert haben, Alltagsdelikte überhaupt anzuzeigen, spiegelt die Kriminalstatistik nicht die Wirklichkeit unseres Landes wider."