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GdP: Gewaltbereitschaft gegenüber Polizei nimmt alarmierende Ausmaße an

Berlin.

Die Gefahr, als Polizist von einem Straftäter lebensgefährlich verletzt oder sogar getötet zu werden, nehme tagtäglich zu, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, anlässlich einer Schießerei in Frankfurt vom gestrigen Abend, als nach einer Verkehrskontrolle zwei Polizeibeamte von zwei Fahrzeuginsassen unvermittelt beschossen wurden.

Dabei wurde ein Polizist schwer verletzt. Die beiden Täter starben beim Schusswechsel mit den Beamten. Freiberg: „Die Bereitschaft von Straftätern, brutal und rücksichtslos zur Waffe zu greifen, hat alarmierende Ausmaße erreicht. Nur die hohe Professionalität und der gute Ausbildungsstand der Polizei verhindere noch mehr Opfer auf Seiten der Beamten einerseits, wie andererseits auch auf Seiten der Täter.“ Seit 1945 bis heute seien 386 Polizeibeamte im Dienst von Rechtsbrechern getötet worden, rund 700 Beamte würden jedes Jahr so schwer verletzt, dass sie mehr als eine Woche ausfallen.

Freiberg verwies auf den verantwortungsvollen Umgang der Polizisten mit ihrer Dienstwaffe. Nach der GdP vorliegenden Zahlen habe der Schusswaffengebrauch gegenüber Personen deutlich abgenommen. Während 1995 noch 119 Schüsse auf Personen abgegeben wurden, waren es im Jahr 2002 42. Freiberg: „Das zeigt, wie besonnen die Beamten auf die steigende Bedrohung ihres Lebens und ihrer Gesundheit reagieren.“

Dass Polizeibeamte auch weiterhin mit einem steigenden Risiko leben müssen, so der GdP-Vorsitzende, verdeutlichen die ersten bekannt gewordenen Zahlen der Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2003. Sowohl in Brandenburg als auch in Hamburg wiesen die Kriminalstatistiken, so Freiberg, eine Steigerung der Gewaltkriminalität auf.