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Kongress europäischer Polizeibeamter (EuroCOP):

Gewalt gegen Polizisten darf nicht „Normalfall“ werden

Berlin/Luzern.

Eine entschiedene Absage an die Gewalt haben die Delegierten des 1. Ordentlichen Kongresses der European Confederation of Police (EUROCOP) in Luzern (Schweiz) gefordert. In einer Resolution wandten sie sich dagegen, dass Angriffe auf Polizeibeamte immer mehr als „Normalfall“ abgetan werden.


"Die Gesellschaft darf Gewalt gegen Polizisten nicht einfach hinnehmen", sagte Heinz Kiefer, der neu gewählte Präsident von EUROCOP. "Wer einen Polizisten angreift, greift nicht nur einen Menschen an, sondern auch die gesamte Gesellschaftsordnung."
EUROCOP fordert vor diesem Hintergrund von den Politikern in Regierungen und Parlamenten in Europa ein klares und deutliches Eintreten gegen Gewalt. „Es geht um mehr als bloße Worte, es geht um eine gesellschaftliche Ächtung,“ erklärte Kiefer. "Auch Ausrüstung und ständige Fortbildung der Polizei sind hierbei wichtige Aspekte", so Heinz Kiefer.

Nach Informationen von EUROCOP ist Gewalt gegen Polizisten ein europäisches Phänomen – statistisch gesehen, wurde zum Beispiel jedes Mitglied der britischen Polizei in den letzten zehn Jahren mindestens einmal verletzt, in Dänemark war es jeder sechste Polizist. Gleichzeitig fehlt es aber in den meisten europäischen Staaten bereits an einem systematischen Konzept zur Erfassung von Angriffen auf Polizisten. Damit fehlt auch die Grundlage für eine wirksame Vorbeugung.

EUROCOP fordert daher, dass hier einheitliche Kriterien erstellt werden, um aufgrund der gewonnen Ergebnisse einen besseren Schutz der Polizisten und Polizistinnen zu gewährleisten. "Es kann nicht sein, " so Heinz Kiefer, "dass es in Europa einfacher ist, festzustellen, wie viele Arbeiter durch herab fallende Stahlträger verletzt wurden, als wie viele Angriffe auf Polizisten stattgefunden haben."