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Erfolgreiches Fahndungskonzept

Zurwehme gefasst

Spinrath: "Länder müssen mehr Polizisten einstellen"

Hilden.

"Allen Kolleginnen und Kollegen, die sich an der mühsamen Suche nach dem am heutigen Morgen in Greifswald festgenommenen Dieter Zurwehme beteiligt haben, möchte ich für ihre überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und ihr großes Durchhaltevermögen danken", sagte Norbert Spinrath, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Hilden. Zahllose Hinweise aus der Bevölkerung seien von der Polizei überprüft worden, mehrfach mussten großflächige, tagelange Suchaktionen ergebnislos nach dem seit Monaten flüchtigen, mutmaßlichen Mörder abgebrochen werden.

"Die Polizei hat ihre Leistungsfähigkeit bewiesen", lobte Spinrath den erfolgreichen Abschluss der Fahndung. Trotz vielerlei Kritik seitens einer immer größer werdenden Zahl "selbsternannter Fahnder" an den Fahndungskonzepten der Polizei habe sich die gewählte Taktik als richtig erwiesen. Das Einbeziehen der Öffentlichkeit in die Fahndung habe den Blick der Bürger geschärft. "Natürlich gab es viele Hinweise, die sich als unbrauchbar herausstellten, aber letztlich hat die engagierte Zusammenarbeit der Bürger mit der Polizei den Erfolg mitermöglicht."

Spinrath mahnte die Länder ihre Personalkonzepte im Bereich der Polizei zu überdenken. Immer mehr personalintensive Großeinsätze wie beispielsweise die Zurwehme-Fahndung, künftige Castor-Transporte, der Schutz politischer Veranstaltungen wie des Kölner Weltwirtschaftsgipfels oder die bevorstehende Expo 2000 in Hannover zehrten an den Kräften der Polizei. "Das ist die andere Seite der Medaille: Großeinsätze - und seien sie noch so gerechtfertigt - gehen zu Lasten der normalen täglichen Polizeiarbeit für den Bürger." Die angespannte Personalsituation dürfe nicht durch weitere Kürzungspläne verschärft werden.