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5. Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft der Polizei

„Wie viel Frau verträgt die Polizei?“

Berlin.

Unter dem Motto: „Wie viel Frau verträgt die Polizei?“ hat in Potsdam am heutigen Internationalen Frauentag Elke Gündner-Ede, im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand für Frauenpolitik verantwortlich, die 5. Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft der Polizei (GdP) eröffnet. 111 weibliche Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet, die mehr als 37.000 in der GdP organisierte weibliche Polizeibeschäftigte repräsentieren, stellen nun in der brandenburgischen Hauptstadt die Weichen für vier weitere Jahre engagierter, gewerkschaftlicher Frauenpolitik in der Polizei.


Elke Gündner-Ede: "Wieviel Frau verträgt die Polizei? – das Motto, das der Bundesfrauenvorstand dieser Konferenz gegeben hat, provoziert bewusst. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Zahlen müssen wir diese Frage stellen und debattieren", sagte sie in ihrer Eröffnung Gästen und Delegierten.

Entgegen allen Bedenken, so Gündner-Ede weiter, hatte sich die GdP bereits vor dreißig Jahren für die Integration von Frauen in den allgemeinen Polizeidienst stark gemacht und auf ihrem Bundeskongress in Hannover 1979 mit einer

Entschließung die Bestrebungen zur Verbesserung der Gleichstellung unterstützt: "Damals haben wir den Eintritt von Frauen in alle Bereiche der Polizei als Chance begriffen und gefördert. Und heute müssen wir deutlich machen, dass für uns die Teilhabe von Frauen am Polizeiberuf wichtig ist." Entgeltgleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stünden heute auf der frauenpolitischen Tagesordnung. Denn auch 99 Jahre nach dem Beschluss über den Internationalen Frauentag seien Frauen von tatsächlicher Gleichstellung noch weit entfernt. Gündner-Ede: "Es gibt immer noch viel zu tun und wir müssen Kurs halten!"

Inhaltliche Schwerpunkte der Beratungen seien daher die Behebung gleichstellungspolitischer Mängel, die Verbesserung der Chancengleichheit zwischen Polizisten und Polizistinnen und konkrete Verbesserungen im Dienstalltag und im Einsatzgeschehen.

Konrad Freiberg, GdP-Bundesvorsitzender (im Bild rechts): „Die schon seit über 25 Jahren mit großem Erfolg arbeitende GdP-Frauengruppe hat bereits viel Positives für Polizistinnen und weibliche

Tarifbeschäftigte erreicht. Die Frauenarbeit wird auch weiterhin in der GdP ihre gewerkschaftliche Heimat finden.“

Neuer Geschäftsführender GdP-Bundesfrauenvorstand gewählt

Mit 106 von 108 Stimmen und damit von 98 Prozent der Delegierten ist Dagmar Hölzl (l.) zur neuen Vorsitzenden der GdP-Frauengruppe Bund gewählt worden. Die 42jährige chemisch-technische Assistentin in der Kriminaltechnik stammt aus Baden-Württemberg. Dort ist sie seit 2001 Vorsitzende der Landesfrauengruppe, seit 13 Jahren Gleichstellungsbeauftragte und seit neun Jahren stellvertretende Personalratsvorsitzende.

(v.l.) Als stellvertretende Vorsitzende wurden Erika Krause-Schöne, Bundespolizei, und Martina Filla, Nordrhein-Westfalen mit jeweils 94 Prozent der Stimmen bestätigt. Christiane Kern, Bayern, wurde Schriftführerin, Wilma Wäntig (r.), Mecklenburg-Vorpommern, stellv. Schriftführerin.


Die Hessin Sandra Temmen zog bei ihrer Abschiedsrede eine Bilanz ihrer Arbeit für die GdP-Frauengruppe: " In den letzten vier Jahren haben sich die GdP-Frauen intensiv mit dem Menschenhandel und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie beschäftigt und damit thematische Pflöcke auch innerhalb der GdP eingeschlagen.“ Kollegin Temmen wurde auf der Bundesfrauenkonferenz 2006 in Bayreuth zur Vorsitzenden der Frauengruppe (Bund) gewählt. Weil sie sich künftig noch intensiver um die Arbeit in der hessischen GdP kümmern möchte, stand Sandra Temmen nicht erneut zur Wahl.

Nach der Wahl des neuen Geschäftsführenden Bundesfauenvorstands befassen sich die Delegierten nun mit der Beratung und Abstimmung von nahezu 50 gewerkschaftspolitischen Anträgen. Die neue Bundesfrauenvorsitzende Dagmar Hölzl sagte zu den Delegierten: „Nach mehr als 25 Jahren ist es an der Zeit, die Benachteiligung von Frauen bei Beurteilung, Aufstieg

und Entgelt zu beenden.“ Gerade der Leitantrag ‚Chancengleichheit in der Polizei’ benenne konkrete Defizite, wie die Entgelt-Ungleichheit und die mangelnden Aufstiegschancen von Frauen, und fasse Vorschläge zusammen, wie diese überwunden werden können.

Eine Menge Arbeit wartet auf die 111 Delegierten der 5. Bundesfrauenkonferenz der GdP. Neben der Wahl eines neuen Geschäftsführenden Frauenvorstandes harren rund 50 Anträge der Beratung.



5. Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft der Polizei am 8. und 9. März 2010

Kongresshotel Potsdam „Am Templiner See“,
Am Luftschiffhafen 1, 14471 Potsdam