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Absolute Rückendeckung für die Kollegen

GdP Berlin warnt nach tödlichen Schüssen in Moabit vor Skandalisierung

Berlin.

Trauriger Zwischenfall in einer Flüchtlingsunterkunft in Moabit: Bei einem Polizeieinsatz am Dienstagabend in der Kruppstraße wurde ein Mann tödlich verwundet. Die Kollegen gaben zuvor mehrere Schüsse auf ihn ab, weil er mit gezogenem Messer drohend auf die Beamten und einen bereits festgenommenen Flüchtling zukam. Er erlag später seinen Verletzungen.

Akute Gefahr, in der sekundenschnell gehandelt werden musste

„Man sollte sehr vorsichtig sein, diesen traurigen Fall dafür zu missbrauchen, Anschuldigungen gegen die Kollegen zu erheben und eine Debatte um den Schusswaffengebrauch der Polizei anzustoßen. Sie befanden sich in einer Lage, in der sie in Sekundenschnelle eine Entscheidung treffen mussten. Es bestand akute Gefahr für ihr Leben und das des Festgenommenen. Wir reden hier darüber, dass ein Mann mit Messer auf andere Menschen zustürmte und keinen Zweifel daran ließ, dieses benutzen zu wollen“, sagte die GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp am Mittwochmittag. Ursprünglich kamen die Beamten wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in die Flüchtlingsunterkunft. Nachdem sie einen 27-jährigen Pakistaner in Gewahrsam nahmen, kam ein 29-jähriger Iraker mit Messer wild gestikulierend aus der Traglufthalle auf sie zu gestürmt, woraufhin mehrere Beamte die Waffe zogen und schossen.

Untersuchung richtig, Diskussion über Taser nicht

Wie bei jeder Schussabgabe durch die Polizei wird im Nachhinein genau untersucht, ob die Beamten rechtmäßig gehandelt haben. „Es ist vollkommen richtig, dass immer ganz genau hingeschaut wird, warum es zu Schüssen kam, gerade bei tödlichem Ausgang. Ich bin mir beim aktuellen Fall aber sehr sicher, dass den Kollegen kein Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Es muss jetzt auch darum gehen, sie im Nachgang zu betreuen. Niemand schießt gerne, auch nicht Berliner Polizisten“, so Philipp. Einer erneuten Diskussion darüber, ob ein Taser hier nicht das mildere Mittel hätte sein können, schob die Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei sofort einen Riegel vor. Philipp: „Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass Taser ein Allheilmittel sind. Sowohl der Fall vor ein paar Wochen in Hellersdorf als auch der in der vergangenen Nacht waren Situationen, in denen die Distanz-Elektroimpulsgeräte keine Lösung wären. In manchen Einsätzen könnten sie eine echte Alternative darstellen. Hier aber nicht. Besteht auch mittels Waffen unmittelbare Gefahr für einen anderen Menschen oder einen selbst, ist die Schusswaffe der letzte Ausweg.“