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Stadtamt Bremen

GdP Bremen: Reformprozess im Stadtamt Bremen droht zu scheitern

Bremen.

Der Startschuss zur Modernisierung des Stadtamtes Bremen fiel offiziell 2012. Das Ziel dieser Modernisierung ist „eine größere Kundenfreundlichkeit“ und „eine Arbeitsentlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ so Innensenator Mäurer (SPD).

Doch nach fast drei Jahren hat die Realität diesen Modernisierungsprozess eingeholt. Lange Wartezeiten für Bürgerinnen und Bürger, eine auffallend hohe Krankenquote in der Belegschaft, schlechte Ausbildungsbedingungen und vieles mehr. Mit dem Stadtamt verbindet zurzeit niemand das Wort Vorzeigebehörde.

Am Beispiel des Mobilen Bürger Service (MoBS) wird nun deutlich, wie es tatsächlich um das Stadtamt Bremen steht. Der Gedanke, unseren Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen Bremens wieder Anlaufstellen für Behördengänge zu bieten ist richtig, doch musste dieses Vorhaben durch den Personalrat des Stadtamtes abgelehnt werden. Neue Aufgaben können aufgrund der schlechten Personalsituation nicht mehr bewältigt werden. Der Reformprozess im Stadtamt ist personell nicht hinreichend abgesichert und der Kontrakt zwischen den Ressorts Inneres und Finanzen ist so eng gestaltet, dass die Modernisierung nicht umsetzbar ist.

GdP Landesvorsitzender Jochen Kopelke dazu: „Der Reformprozess steht auf der Kippe. Wir fordern den Senat auf, die Personalberechnung nach oben zu korrigieren und endlich Bedingungen zu schaffen, um das Stadtamt wirklich zukunftssicher zu gestalten.“ Die hohe Krankenquote im Stadtamt ist eine ernstzunehmende Folge und verschlimmert die derzeitige Situation. Um auf dem Papier die erforderlichen Personalzahlen vorweisen zu können, werden junge Nachwuchskräfte und Auszubildende, die etwa 10% des Personals stellen, voll mit eingerechnet. Dies führt zu weiteren Problemen: die Einarbeitung dieser Auszubildenden ist sehr zeitintensiv und erhöht so die Wartezeit für Kunden. Der Kundenservice leidet extrem.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kann Bremen als Arbeitgeber hier nur ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Anstatt modernisierte Bedingungen zu schaffen, die sich positiv auf die hohe Krankenquote und die Zufriedenheit auswirken, werden Mitarbeiter zusätzlich belastet. Der Ärger der Bürger ist verständlich. Organisationsuntersuchungen belegen, dass die unrealistischen Sparquoten auf Kosten der Auszubildenden umgesetzt werden. „Der Nachwuchs des öffentlichen Dienstes sollte in der zentralen Dienstleistungsbehörde Bremens ausgebildet, aber nicht ausgebeutet werden. Es ist beschämend, wie sich der Arbeitgeber hier präsentiert.“ so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke.

Die GdP Bremen hält die Reform im Stadtamt für längst überfällig.