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GdP Bundespolizei: Bahnhöfe dürfen nicht zu Angsträumen werden

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt angesichts der jüngsten Messerattacke im bayerischen Grafing vor einer weiteren Reduzierung der Polizeipräsenz an Bahnhöfen. „Was sich in Grafing ereignet hat, ist eine schreckliche Tragödie. Natürlich kann die Bundespolizei nicht zu jedem Zeitpunkt an jedem Bahnhof präsent sein. Wir dürfen aber nicht zulassen, dass Bahnhöfe für Reisende zu Angsträumen werden. Und Täter dürfen nicht meinen, sie bräuchten dort mit der Polizei nicht zu rechnen“, so Jörg Radek, Vorsitzender der GdP in der Bundespolizei.

Die GdP beklagt seit Längerem den Rückzug der Bundespolizei aus den Bahnhofsdienststellen. Grund dafür ist der Personalmangel in der Bundespolizei, der durch den Dauereinsatz an der deutsch-österreichischen Grenze und die Abordnung von Beamten an die Flughäfen noch verschärft wird. Laut Gewerkschaft kam es bundesweit bereits mehrfach zu Revierschließungen, da schlicht kein Personal vorhanden war.

„Unsere Kernaufgabe ist der Schutz der Bevölkerung, mit einer umfassenden Präventionsarbeit und frühzeitiger Gefahrenabwehr. Durch Polizeipräsenz kann selbstverständlich nicht jede Straftat verhindert werden, aber kurze Reaktionszeiten ermöglichen es, die Gefahren solcher lebensbedrohlicher Lagen wesentlich zu reduzieren. Doch genau dafür sind wir im Moment zu schlecht aufgestellt. Allein im bahnpolizeilichen Bereich fehlen uns 2.350 Streifen- und Ermittlungsbeamte“, so Radeks Fazit.