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Gewerkschaft stellt ihre Ideen für eine bessere Arbeitswelt vor

GdP Bundespolizei:Mehr Personal zum Abbau der Überlastung

Potsdam.

Vom Delegiertentag des Bezirkes Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei gingen klare Signale für die Interessen der Beschäftigten von Bundespolizei, Zoll und das Bundesamt für Güterverkehr aus. Die Gewerkschafter machten deutlich, welche Vorstellungen von Verbesserung der Berufszufriedenheit sie haben. “Potsdam hat deutlich gezeigt, dass die Gewerkschaft der Polizei über sehr gute Konzepte verfügt, die zentralen Probleme anzugehen“ so der neugewählte Vorsitzende Jörg Radek (54). Der Leitantrag, als Ausrichtung für die nächsten Jahre, ist geprägt vom Abbau der Überlastung durch Arbeit und von der Vereinbarkeit von Familienleben und Arbeitswelt im Bereich der Inneren Sicherheit. Die Überlastung der Menschen in der Bundespolizei drückt sich auch in Fehlzeiten aus.

Dazu der Vorsitzende Radek: „ Im Jahresdurchschnitt 23 Arbeitstage Abwesenheit pro Beschäftigten sind ein deutliches Signal. Es fehlt nicht an Erkenntnissen. Wir haben Defizite im Handeln.“ Kernaufgabe der Bundespolizei ist die Bekämpfung der Grenzkriminalität. Dem deutlichen Anstieg illegaler Migration und der Steigerung grenzbezogener Kriminalität entgegen zu wirken fehlt der Bundespolizei das Personal. Die Personaldecke reicht nicht für die weltweiten Verwendungen im Ausland, an den Grenzen z.B. nach Österreich oder zur Begleitung von bahnreisenden Fußballfans. Die Situationen an den Flughäfen und Bahnhöfen ist dabei ähnlich. „Technik kann uns bei der Überwachung und Kontrolle unterstützen. Die Reisenden haben aber eine Erwartung an eine präsente Polizei“, stellt Radek dazu fest.

Für die Attraktivität bei der Nachwuchsgewinnung bedarf es an Angeboten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und an besseren Aufstiegschancen. „Die Zukunftsfähigkeit der Bundespolizei entscheidet sich in der Nachwuchsgewinnung“, so Radek. Mit Blick auf die Angebote der übrigen Verwaltung und von Industrie und Wirtschaft stellte er fest: „ Die Bundespolizei angelt da, wo andere ihre Netze auswerfen“.

Langfristig soll die Bundespolizei durch Honorierung von Fortbildung über Qualifizierungsstufen zu einer „Regelaufstiegspolizei“ entwickelt werden. Das Verfahren dazu muss familienfreundlich organisiert werden. „Die Erfahrung und das Wissen der Mitarbeiter muss besser für die Personallücken im Führungsbereich genutzt werden.
Insbesondere für die Tarifbeschäftigten fordert die GdP eine Entwicklungsoffensive. Die neue Entgeltordnung bietet Möglichkeiten zur Personalentwicklung. Derzeit wandern exzellent ausgebildete Fachkräfte in die Kommunen und Landesverwaltungen ab. Dazu Radek: „Diesem Zustand muss entgegen gewirkt werden. Hier ist das Parlament gefordert, die Mittel zur Verfügung zu stellen.“

Die Gewerkschaft wandte sich aber auch der Einnahmenseite des Staates zu. Angesichts der jüngsten Veröffentlichungen, die davon ausgehen, dass von einem Umfang der Schattenwirtschaft von 343 bis 352 Milliarden Euro auszugehen ist, ermahnte Radek die Politik bei der Bekämpfung illegaler Beschäftigung die Anstrengungen deutlich zu verstärken. Hier gehen den Sozialkassen und den Finanzämtern Einnahmen im großen Stil verloren, die letztendlich von den ehrlichen Dummen mitgetragen werden müssen. Dies, so Radek, könne nicht hingenommen werden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Delegiertentages vom 25. -27.März vertreten 21.000 Mitglieder.