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GdP Bundespolizei: Mehr Personal zur Bekämpfung von Menschenhandel benötigt

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, fordert im Zuge steigender Asylbewerberzahlen mehr Personal. In Deutschland sind im vergangenen Jahr 202.834 Asylanträge gestellt worden. Das entspricht einer Steigerung von 60 % gegenüber dem Vorjahr.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, stellt hierzu fest: „Auch wenn wir von Asylantragszahlen von über 400.000, wie wir sie in den frühen 90er-Jahren hatten, noch weit entfernt sind, erfordert die gegenwärtige Lage ein konsequent politisches Handeln.“

Nach Angaben der Gewerkschaft werde ein Anstieg der Asylbewerberzahlen immer auch begleitet von einer steigenden Zahl von Aufgriffen unerlaubter Einreise und Aufenthalte. Allein im Bereich der deutsch-österreichischen Grenze waren dies 2014 über 15.000 festgestellte Fälle.

„Schleusung ist vielfach ein skrupelloses organisiertes Verbrechen, mit dem die Not von Menschen ausgenutzt wird. Unsere Dienststellen an den Grenzen sind permanent unterbesetzt und dem Zustrom illegaler Einwanderer kaum noch gewachsen. Um vor allem Menschenhändlern das Handwerk legen zu können, muss die Bundespolizei besser ausgestattet werden. Mit ihrer Einsatzbereitschaft versuchen unsere Kolleginnen und Kollegen, diese Überlastung auszugleichen. Neben der Schwierigkeit, die Aufgabe der Bekämpfung der illegalen Einreise mit dem vorhandenen Personal erfüllen zu müssen, sind für unsere Kolleginnen und Kollegen auch die oft tragischen menschlichen Schicksale, mit denen sie konfrontiert sind, psychisch sehr belastend.“

Für die GdP ist daher eine Aufstockung des Personals bei der Bundespolizei dringend erforderlich. Auch mahnt Radek zu einer breiteren gesellschaftspolitischen Betrachtung: „Wir brauchen keine reine Bekämpfungs-, sondern auch eine Integrationsstrategie. Es müssen auch andere Teile der öffentlichen Verwaltung, wie beispielsweise Jugend- und Sozialämter, in die Lage versetzt werden, hier mehr unterstützen zu können. Nur eine besonnene Politik, die durchdachte Strukturen schafft und die Ängste und Hoffnungen Aller einbezieht, sorgt mittelfristig dafür, dass Parteien am rechten Rand aus der gegenwärtigen Situation kein politisches Kapital schlagen können”.