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GdP Bundespolizei: "Unsere Zeit ist zu kostbar um Gewalttäter zu eskortieren"

Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert ein Umdenken im Umgang mit gewalttätigen Fußballfans und will zunehmenden „Gewalttourismus“ von vornherein unterbinden. „Für gezielte Gewaltpräventionsarbeit braucht es die passenden rechtlichen Rahmenbedingungen“, so Jörg Radek, Vorsitzender der GdP Bundespolizei, und begrüßt, dass sich die Innenministerkonferenz in dieser Woche des Themas annehmen will. Laut Gewerkschaft könnten Sanktionsmaßnahmen für im Zusammenhang mit Sportereignissen abgeurteilte Gewalttäter, wie Beförderungsausschlüsse im Bahnverkehr, Alkoholverbot, Betretungsverbote von Bahnanlagen sowie Meldeauflagen die Lage wesentlich entschärfen.

„Wir müssen hier deutlich differenzieren: Wir haben eine große Masse an friedlichen Fußballfans, die sich im Umfeld des Stadions und bei der An- und Abreise sicher fühlen möchten. Die Gewalttätigen von den Friedlichen zu trennen, ist extrem aufwendig. Und eben dieser Aufwand ist so personal- und kostenintensiv. Randalierern und Gewalttätern müssen wir mit gezielten personenbezogenen Maßnahmen das Handwerk legen, die der Fankultur insgesamt keinen Abbruch tun. Es gibt keinen Grund, warum es abgeurteilten Gewalttätern erlaubt sein sollte, weiterhin zu Fußballspielen zu fahren. Beförderungsausschluss und Meldeauflagen wären logische Ergänzungen zur Maßnahme des Stadionverbotes“, fordert Radek.

Für die Bundespolizei sind Fußballeinsätze Kernaufgabe. Jede Saison nutzen weit über drei Millionen Fußballfans die Bahn als Verkehrsmittel. Polizeilich besonders bedeutend sind zum Beispiel die Vereine Borussia Dortmund, Schalke 04, Dynamo Dresden und Hansa Rostock.

Für unsere Kolleginnen und Kollegen bedeuten diese Einsätze Woche für Woche Einsatzbelastung. Das Personal wird aber ebenso an den Grenzen, an den Flughäfen und auf den Bahnhöfen benötigt. "Bei einem Personalfehl von 3600 ist jede Maßnahme zur Reduzierung des Aufwandes bei der Begleitung von Gewalttätern willkommen. Unsere Zeit ist zu kostbar um Gewalttäter zu eskortieren," so der Gewerkschafter.