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GdP NRW: Arbeitsbelastung durch Fußball weiter auf hohem Niveau

Düsseldorf.

Trotz des neuen Sicherheitskonzepts ist in der vergangenen Bundesliga-Saison in NRW die Arbeitsbelastung der Polizei durch die Fußballspiele nicht signifikant zurückgegangen, das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hervor. Um Zuschauer und Unbeteiligte vor möglichen Übergriffen zu schützen und Straftaten im Umfeld der Spiele zu verfolgen, musste die Polizei in der Fußball-Saison 2014/2015 in NRW für die Spiele der beiden Bundesligen, der 3. Liga, der Regionalliga West und bei den Pokalspielen 555 000 Arbeitsstunden aufwenden. In der Bundesliga-Saison 2013/2014 waren es mit 568 000 Stunden nur unwesentlich mehr. Auch die Zahl der gewaltbereiten oder offen gewaltsuchenden Störer ist in der vergangenen Saison nur marginal gesunken, von 4 682 auf 4 615 Problemfans. Gegen sie wurden in der vergangenen Saison 2 721 Strafverfahren eingeleitet. Im Vorjahr waren es 2 742 Verfahren. Eine positive Entwicklung gab es dagegen bei der Zahl der Verletzten. Sie sank von 386 auf 305. 75 der Verletzten waren Polizisten, 29 Ordner, 124 Störer, 77 Unbeteiligte.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bewertet die neuen ZIS-Zahlen als nicht zufriedenstellend. „Offenbar ist die Politik der ausgestreckten Hand, die Innenminister Jäger im vergangenen Jahr gegenüber den Fußballfans eingeleitet hat, von einem Teil der Fans nicht angenommen worden“, sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert. „Das ist eine fatale Entwicklung, weil wir angesichts der enormen Arbeitsbelastung der Polizei dringend eine Entlastung bei den Fußballeinsätzen brauchen. Aber wir können uns nicht einfach aus den Stadien zurückziehen, solange die Zahl der dort begangenen Straftaten so hoch ist.“

Positiv bewertet die GdP hingegen, dass die Polizei in NRW in der vergangenen Bundesliga-Saison verstärkt mit Meldeauflagen, mit Bereichsbetretungsverboten gegen Straftäter unter den Fußballfans und mit personalisierten Eintrittskarten bei Hochrisikospielen vorgegangen ist. „Diesen Weg müssen wir konsequent weiter gehen und dafür sorgen, dass diejenigen unter den Fußballfans, die in der Vergangenheit immer wieder durch gewalttätige Übergriffe aufgefallen sind, gar nicht erst zu den Spielen anreisen können“, sagte Plickert.