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GdP NRW: Kampf gegen Salafisten braucht langen Atem

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht davon aus, dass es in Deutschland noch mehrere Jahre eine massive Bedrohung durch salafistische Extremisten geben wird. „Das umgehende Verbot der selbsternannten Scharia-Polizei durch Innenminister Jäger war richtig, aber das Verbot nimmt den Extremisten nichts von ihrer Anziehungskraft, die sie auf einen Teil der in Deutschland groß gewordenen jungen Menschen haben, die sich vom Islam angezogen fühlen“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert im Vorfeld der für Morgen geplanten Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags. Die Forderung, die Polizei müsse nur konsequent gegen die salafistischen Extremisten vorgehen, dann sei das Problem schnell vom Tisch, sei reines Wunschdenken der Politik, warnte der GdP-Vorsitzende. „Die Polizei leistet einen wichtigen Beitrag beim Kampf gegen die Religionsfanatiker, aber das alleine reicht nicht. Was wir brauchen, ist ein breiter gesellschaftlicher Konsens, der auch die bei uns lebenden Muslime, die Moscheen und islamischen Vereine einschließt.“

Die Politik würde zudem oft ausblenden, dass viele Salafisten, die von Deutschland aus in einen angeblich heiligen Krieg gezogen sind, zum Islam konvertierte Deutsche sind. „Der Salafismus ist auch ein deutsches Problem“, sagte Plickert. „Er ist das Resultat einer über Jahrzehnte verfehlten Integrationspolitik.“

Trotzdem hält der GdP-Vorsitzende den Kampf gegen die Salafisten nicht für aussichtslos. „Viele der fanatisierten Salafisten, die von Deutschland in einen Krieg in einem islamischen Land gezogen sind, kehren inzwischen frustriert zurück, weil sie dort nicht das Paradies gefunden haben, sondern nur die Brutalität des Krieges“, betonte Plickert. „Von ihnen geht eine enorme Bedrohung aus, weil sie der Krieg enthemmt hat. Aber sie sind auch desillusioniert und verlieren dadurch ihre Vorbildfunktion für andere Extremisten. Das müssen wir nutzen, um den Salafisten ihren Nährboden zu entziehen“, fordert der GdP-Vorsitzende.