Zum Inhalt wechseln

Love-Parade-Tragödie:

GdP-NRW: Anhörung des Innenausschusses war zweites Trauma

Düsseldorf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die anhaltende Weigerung des Veranstalters und der Stadt Duisburg, eine Verantwortung für den Tod von 21 Menschen und für die Hunderte von Verletzten bei der Duisburger Loveparade zu übernehmen, als „unerträgliche Verhöhnung der Opfer“ kritisiert. „Wer als Opfer der Loveparade die gestrige Sitzung des Innenausschusses erlebt hat, hat ein zweites Trauma erlitten“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. Während Innenminister Ralf Jäger (SPD) im Innenausschuss erklärt hat, dass es bei der Loveparade zu Kommunikationsproblemen zwischen Veranstalter und Polizei gekommen ist, deren Rolle jetzt untersucht werde, hatten die Rechtsvertreter des Veranstalters Lopavent und Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) erneut jede Mitverantwortung für die Tragödie von sich gewiesen.

„Wir schulden es den Opfern, dass sich alle Beteiligten ihrer Verantwortung stellen, nicht nur die Polizei“, sagte Richter. Veranstalter Rainer Schaller, der zur Anhörung des Innenausschusses nur seine Rechtsvertreter geschickt hatte, habe aber alle wesentlichen Fragen der Abgeordneten zu den Ursachen des Unglücks unbeantwortet gelassen. Scharf kritisierte Richter auch das Verhalten der Stadt Duisburg. Diese hatte zwar dem Veranstalter Sicherheitsauflagen gemacht, deren Einhaltung am Veranstaltungstag aber nicht kontrolliert, weil sie sich dafür nicht zuständig fühlte. „Wer sich so verhält, trägt eine Mitschuld am Leid und Tot vieler Menschen“, sagte Richter.

Zudem warnte der GdP-Landesvorsitzende davor, die Duisburger Tragödie parteipolitisch zu instrumentalisieren. „Dieses Unglück darf sich nie wiederholen. Deshalb ist es wichtig, dass die Politik die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft abwartet, um daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, statt das Thema vorher parteipolitisch zu zerreden“, sagte Richter.