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GdP Niedersachsen: Belastung der Polizei am Limit

Hanover.

Im Vorfeld einer möglichen Großdemonstration von „Hooligans gegen Salafisten“ am 15. November in Hannover weist die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen erneut auf die weiter steigenden Belastungen der Polizeikräfte hin. „Schon ohne Demonstrationen von Hooligans und Rechtsextremisten sowie Gegenveranstaltungen von Islamisten oder Autonomen arbeiten Polizistinnen und Polizisten am Limit“, sagt der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. Seit Jahren erinnere die Gewerkschaft der Polizei an die Schwierigkeiten bei der notwendigen Personalausstattung auf den Dienststellen, der sogenannte Mindeststärke.

Die gleichzeitig zunehmende Zahl von problematischen Kundgebungen, ohne dass es zu einer nennenswerten Aufstockung bei den niedersächsischen Polizeibeschäftigten gekommen sei, sorge für eine Dauerbelastung. „Bundesweit haben wir sogar mehrere tausend Polizeikräfte weniger als noch vor Jahren“, kritisiert Schilff, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP ist: „Viele Kolleginnen und Kollegen kennen freie Wochenenden nur vom Hörensagen, weil sie häufig personelle Löcher zum Beispiel bei Fußballeinsätzen stopfen müssen, oft auch in anderen Bundesländern.“ Die GdP geht weiterhin von zirka 1,5 bis 2 Millionen Überstunden pro Jahr für niedersächsische Polizeikräfte aus.

Zusammen mit dem sinkenden Respekt sowie dem Anstieg der Gewalt gegenüber Einsatzkräften durch Teile der Bevölkerung führe dies zu psychischen und physischen Belastungen, die einen erhöhten Krankenstand innerhalb der Polizei hervorriefen. „Wir stehen dauerhaft in Verhandlungen mit der verantwortlichen Politik, um gangbare Lösungen zu erarbeiten“, sagt der GdP-Landesvorsitzende, richtet jedoch zugleich einen erneuten Appell an die Allgemeinheit: „Friedfertige Demonstrationen sind ein berechtigter Teil unserer Demokratie. Wenn der Trend zu immer mehr Veranstaltungen mit notwendiger Polizeibegleitung allerdings anhält, müssen umgehend Lösungen gefunden werden: entweder zusätzliches Personal bei der Polizei Niedersachsen oder Aufgabenabbau!“