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GdP-Niedersachsen fordert zeitnahen Ausstieg aus Atomenergie und sofortige intensive Überprüfung aller kerntechnischen Anlagen

GdP: Niedersachsen darf nicht zur atomaren Müllhalde verkommen

Hannover.

Die aktuellen Ereignisse in Japan haben die Diskussion um die Atomenergie auch in Deutschland vorangetrieben. Zunehmend bekennen sich Bürgerinnen und Bürger, zahlreiche Experten und auch Parteipolitiker endlich zur Forderung nach einem schnellstmöglichen Ausstieg.

Die Polizei in Niedersachsen ist ebenso wie die niedersächsische Bevölkerung schon seit Jahrzehnten besonders betroffen. Sei es am Standort der Brennelementefabrik in Lingen, den Gebieten um die niedersächsischen Kraftwerke oder den geplanten und bestehenden Endlagern – überall gibt es eine gefährliche Nähe. Die Beschäftigten der Polizei müssen jeden Castor-Transport schützen und setzen sich dabei selbst einer möglichen Gefährdung aus. Auf der anderen Seite ist es aber auch an ihnen, die Anti-AKW-Demonstrationen zu begleiten. Auch wenn letztere, soweit sie friedlich sind, begrüßt werden, bedeuten sie eine weitere Belastung für unsere Kolleginnen und Kollegen. Mit dem beschlossenen Ausstieg der Rot-Grünen Bundesregierung war eine gewisse Ruhe eingetreten.

Nach der Entscheidung der Schwarz-Gelben Bundesregierung im Jahr 2010, den mit der Wirtschaft vereinbarten Atomkonsens aufzugeben, hat sich die Betroffenheit und Sensibilität in der Bevölkerung wieder erhöht.

Dietmar Schilff, Vorsitzender der GdP: „Die mit der Atomkraft einhergehende Unsicherheit hinsichtlich des tatsächlichen Ausmaßes von Gesundheitsbelastungen auch durch geringe Strahlenintensität und die fehlende Gewissheit absoluter Sicherheit in allen denkbaren Situationen lässt nur den schnellstmöglichen Rückzug aus dieser Form der Energiegewinnung zu. Alles andere käme einem Glücksspiel gleich, bei dem der Einsatz die Gesundheit und Zukunft der gesamten Bevölkerung wäre. Auch die Polizeibeamten/-innen wissen nicht, welchen gesundheitlichen Risiken sie sich bei jedem Transport aussetzen.“

Gleichzeitig muss es zu einem offenen Diskurs zur Endlagerfrage in der Bundesrepublik kommen. Sollten dabei Gorleben und Schacht Konrad als Endlager in Frage kommen, müssen sich der Bund, die anderen Bundesländer und vor allem die Atomwirtschaft an den Kosten beteiligen und gemeinsam sicherstellen, dass es zu keiner Gefährdung der Bevölkerung kommen kann.

Die GdP fordert daher:
  • Schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie,
  • ehrliche und ergebnisoffene Diskussion der Endlagerfrage in der gesamten Bundesrepublik,
  • intensive Überprüfung der Atomkraftwerke und Zwischenlager und Garantie aller erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen,
  • gerechte Teilung aller mit der Energiegewinnung aus Atomkraft und ihren Folgen entstehenden Kosten und damit
  • Entlastung der niedersächsischen Steuerzahler!