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GdP-Niedersachsen: Gegen Fußball-Gewalttäter durchgreifen

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert nach den schweren Ausschreitungen beim Drittligaspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster ein entschlossenes Durchgreifen aller Beteiligten gegen Gewalttäter im Umfeld von Fußballpartien. Auch beim Heimspiel des SV Meppen in der vierten Liga (gegen den VfL Wolfsburg II) war es am vergangenen Wochenende zu erheblichen Zusammenstößen mit Problemfans gekommen.

„In Osnabrück wurden 15 Polizeibeamte zum Teil schwer verletzt. Ein Kollege musste aufgrund einer offenen Bauchverletzung sogar operiert werden. Das ist absolut schockierend! Vor allem brauchen wir zum Schutz der friedlichen Fußballfans und der eingesetzten Polizisten konsequente Stadionverbote für potenzielle Gewalttäter“, fordert GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff: „Unseren verletzten Kollegen senden wir unsere besten Genesungswünsche und hoffen sehr, dass sie keine anhaltenden Beeinträchtigungen davongetragen haben.“

Zudem mahnt die GdP erneut eine höhere Zahl von Neueinstellungen bei der Polizei Niedersachsen an. „Die Personalstärke muss auch aufgrund der Ausschreitungen beim Fußball spürbar aufgestockt werden. Schon jetzt sind die Kolleginnen und Kollegen durch zusätzliche Wochenend-Einsätze massiv überbelastet“, betont der Landesvorsitzende. Darüber hinaus hält es die GdP für unabdingbar, die eingesetzten Polizeikräfte mit aktivem Gehörschutz auszustatten, der extreme Lautstärken wie zum Beispiel bei Explosionen selbsttätig erkenne und abdämpfe. In Osnabrück hatten die Polizeibeamten durch Feuerwerkskörper unter anderem Knalltraumen erlitten, deren Langzeitfolgen noch nicht abgesehen werden könnten. „Zum Schutz der Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen muss hierbei ohne Blick auf die Kosten unverzüglich nachgerüstet werden“, verlangt Dietmar Schilff.

Die zu erwartenden Strafzahlungen der betreffenden Klubs an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sollten nach Ansicht der GdP zur Ausweitung friedlicher Fanprojekte genutzt werden. Dies werde die GdP in den bereits begonnenen Gesprächen mit den Fan- und Sicherheitsbeauftragten der niedersächsischen Profi-Vereine thematisieren, kündigte Dietmar Schilff an. „Auch eine spezielle Stiftung seitens des DFB und der Deutschen Fußball-Liga zur Unterstützung von Ordnern und Sicherheitskräften, die Gewaltopfer geworden sind, könnte den Betroffenen helfen“, sagt der GdP-Landesvorsitzende abschließend.