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GdP-Rheinland-Pfalz:Grund für Optimierung von Fachkommissiariaten erschließt sich nicht

Mainz.

Aus Anlass des UN-Gedenktages „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ wendet sich die Frauengruppe in der Gewerkschaft der Polizei des Landes an Frauenministerin Irene Alt. Der Hintergrund sind die Pläne der Landesregierung, im Zuge des Optimierungsprozesses der Polizei die Fachkommissariate K 1 und K2 in den Kriminalinspektionen außerhalb der 5 Oberzentren zusammen zu legen. Die Vorsitzende der Frauengruppe Stefanie Loth in ihrem Schreiben an die Ministerin: „Der GdP erschließt sich der Grund für diese Zusammenlegung nicht."

Loth weiter: "Synergien sind nicht zu erwarten. Die Arbeitsweisen, die täglichen Abläufe und die persönlichen Voraussetzungen der Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter sind so unterschiedlich, dass eine gegenseitige Unterstützung unmöglich erscheint“.

Schon die Räumlichkeiten müssten bei einem opferorientierten Kommissariat, wie dem K2, ganz andere sein, unterrichten die GdP-Frauen die grüne Ministerin. "Die Geschädigten sollen sich möglichst wohl fühlen und ihnen soll die ohnehin höchst schwere Aussagesituation möglichst erleichtert werden“.

Ganz anders die „Klientel“ des K1, hier sollen in nüchterner Atmosphäre Beschuldigte von Waffendelikten vernommen werden, Todesermittlungsverfahren
geführt werden und nach Vermissten gesucht werden. „Da brennt oft zu Dienstbeginn die Luft, wenn Brände, Vermisstensachen oder unnatürliche Todesfälle
ad hoc angegangen werden müssen“, heißt es im GdP-Brief.

„So kann kein Personal eingespart werden“, erklärt Steffi Loth und: „Die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Kinder im Land Rheinland Pfalz sollte der
Landesregierung weiterhin eine allein gestellte Organisationseinheit wert sein“.

Abschließend weist die Gewerkschafterin darauf hin, dass alles getan werden müsse, um die rheinland-pfälzische Polizei dauerhaft auf 9000 voll besetzte Stellen zu bringen und zu halten. Auch das sei ein Thema der Familien- und Frauenpolitik, denn der Fehlbestand zwischen der Zahl der Polizistinnen und Polizisten und den tatsächlich voll besetzten Stellen sei vor allem auf familienpolitische Freistellungs- und Beurlaubungsmöglichkeiten zurückzuführen. Loth: Alle wollen den Frauenanteil in der Polizei erhöhen. Alle wollen, dass Teilzeitmöglichkeiten und Freistellungen flexibel in Anspruch genommen werden können. Das muss dann in die Personalziele und Einstellungszahlen eingerechnet werden“.