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GdP Bremen: Unangebrachte Kritik an Kriminalpolizei

Bremen.

Der Weser Kurier titelte am 9. Februar 2016 „96 von 100 Sexualstraftätern kommen davon“, Grund dafür könnte fehlerhafte Arbeit der Polizei sein. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) widerspricht dem im Artikel aufgeworfenen Vorwurf der Ermittlungsdefizite. Aus Sicht des GdP-Experten Lüder Fasche wird diese Kritik der komplizierten Arbeit im Bereich der Sexualdelikte nicht gerecht.

„Dass die nicht im Fachkommissariat stattfindende Erstvernehmung von Opfern sich nur auf das Notwendigste beschränkt, sei Teil des für die Bearbeitung von Sexualstraftaten richtungsweisenden „Bremer Modells“ und deshalb nicht zu kritisieren“, so Fasche. Hiernach soll von Mehrfachbefragungen unbedingt abgesehen werden. Zeitnah zur Tat ist auf die Belastungen für die Opfer unbedingt auch Rücksicht zu nehmen. Widersprüche bei Zeugenvernehmungen gäbe es auch in anderen Ermittlungsbereichen.

Die Erkenntnis, dass zusätzliche Schreibkräfte die Ermittlungsbeamten bei komplexen Vernehmungen entlasten ist nicht neu. „Leider scheint es so, als würden diese Schreibkräfte Ermittlungsdienststellen nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn man dort gleichzeitig auf Ermittler verzichtet. So schafft man keine besseren Voraussetzungen für eine höhere Verurteilungsquote“, kritisiert der GdP-Experte..