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Der Unsinn wird zur Tugend

GdP Hamburg: Aus- und Fortbildung in wesentlichen Bereichen vor dem Aus?

Hamburg.

Nach der GdP Hamburg vorliegenden Informationen sind zukünftig durch geplante Umsetzungen (100derter Liste) aus der ZP die Zivilfahndergrund- und Observationslehrgänge nicht mehr durchführbar. Wie stellt man sich eigentlich in Zukunft eine erfolgreiche Zivilfahndung ohne fundierte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen vor? Dieser politisch verordnete Kahlschlag muss verhindert werden. Darüber hinaus wird auch das Konflikttraining der politischen Vorgabe der 100derter Liste geopfert. Auch dies eine Maßnahme, die in Anbetracht der stetig steigenden Gewalt gegenüber Polizeibeamten nicht nachzuvollziehen ist.

Laut Angabe des Bundesinnenministeriums (30.09.2011) stiegen die Angriffe auf Polizeibeamte bundesweit seit 1993 um 44% auf nunmehr 26.344 Fälle in diesem Jahr. Dieser Entwicklung kann nur mit mehr Personal und entsprechender Ausrüstung auf der einen Seite und mit einem fundierten Konflikttraining auf der anderen Seite entgegengewirkt werden. Die Logik scheint hier zu lauten: Da wir schon kein Personal haben, brauchen wir auch kein Konflikttraining.

Als Krönung des Ganzen wird auch der Fahrlehrerbereich betroffen sein. Da wird erst ein Beamter mit einem finanziellen Aufwand von mindestens 60.000 Euro zum Fahrlehrer ausgebildet und dann auf die Liste der 100 gesetzt. Die Polizei Hamburg wird zukünftig auf teure und externe Fahrschullehrer angewiesen sein - eine Konsequenz, die einem Schildbürgerstreich gleich kommt.

Die Gewerkschaft der Polizei ist für die Verstärkung der Grundlasten der Polizeikommissariate. Es kann aber nicht sein, dass sich die Liste der 100 zu einem Selbstzweck entwickelt und Schaden für die Polizei und letztlich auch für den Bürger verursacht.

Die GdP fordert den Senator auf, einzugreifen. Er hat angekündigt, den Bereich der Aus- und Fortbildung zu stärken. Diesen Worten müssen vor dem Hintergrund der angekündigten Ausbildungsoffensive jetzt auch vernünftige Taten folgen.