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Politiker und Gewerkschafter gedenken der Gründung des DGB vor 60 Jahren

Berlin.

Eine „grundlegende Reform der Weltfinanzordnung“ unter starker Beteiligung der Gewerkschaften verlangte Bundespräsident Horst Köhler, der auch nach den Beschlüssen des G20-Gipfels in Pittsburgh die Gefahr einer Wiederholung der Finanzkrise nicht gebannt sieht. "Ja, ich sehe 'das Monster' noch nicht auf dem Weg der Zähmung, sagte das Staatsoberhaupt auf dem Festakt zur Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vor 60 Jahren. Neben Köhler wohnten die Bundeskanzlerin, nahezu alle deutschen Spitzenpolitiker, die Einzelgewerkschaften und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland der Feier bei.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer warnte davor, Streikrecht, Tarifautonomie oder Mitbestimmung auszuhöhlen. Wer dies versuche, "zerstört das Fundament, auf dem soziale Balance und wirtschaftlicher Erfolg gleichermaßen gebaut sind" und werde bei den Gewerkschaften "auf Granit beißen", sagte Sommer an die Adresse der FDP gerichtet. Die Unternehmensmitbestimmung habe weder der deutschen Wirtschaft noch einzelnen Betrieben geschadet. Sie habe vielmehr den "beispiellosen Aufschwung nach dem Krieg" erst ermöglicht.

Er kündigte an, die Gewerkschaften wollten "mit jeder gewählten Regierung konstruktiv zusammenarbeiten". Das heiße aber "mitnichten, dass wir jede Politik mittragen". Messlatte seien die Arbeitnehmerrechte.

GdP-Chef Konrad Freiberg vor der Begrüßung durch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Weiter im Bild (v.l.)Transnet-Vorsitzender Alexander Kirchner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne und hinter der Kanzlerin Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Fotos (2): Rüdiger Holecek