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SPD-Vorsitzender Gabriel informierte sich bei Bundespolizei über Flüchtlingsproblematik

GdP-Vize Radek: „Krawalle in Suhl müssen Politik alarmieren“

Berlin.

Nach den massiven Ausschreitungen mit mindestens drei verletzten Polizeibeamten in einer Erstaufnahmestelle in Thüringen und weiterhin deutlich steigenden Flüchtlingszahlen verlangt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen sofortigen Krisengipfel. Es gelte kurzfristig wirksame Maßnahmen gegen die äußerst angespannte Lage in vielen Flüchtlingsunterkünften zu vereinbaren, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Berlin. „Die Krawalle in Suhl müssen die Politik alarmieren. überfüllte Unterkünfte, qualvolle Enge ohne jegliche Privatsphäre schaffen schon bei der kleinsten Kleinigkeit Konflikte, die schnell in Gewalt umschlagen können.“ Besorgt zeigte sich Radek darüber, dass dabei erstmals direkt die Polizei angegriffen wurde.

Der GdP-Vize: „Wer sich in diesen Tagen einmal in einer Flüchtlingsunterkunft umgesehen hat, kann nicht ernsthaft auf die Idee kommen, den nächsten Flüchtlingsgipfel erst für den 24. September festzulegen. Ausreichendes sowie kompetentes Personal für die Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der vielen Hilfe suchenden Menschen muss so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt werden. Der Leidensdruck der Flüchtlinge ist augenscheinlich noch nicht an den Kabinettstischen angekommen.“ Hilfsorganisationen und ehrenamtliche Helfer würden oft mit den Problemen alleingelassen.

Link: "Grundrecht auf Asyl muss gewährleistet bleiben" - Die beiden stellvertretenden GdP-Bundesvorsitzenden Jörg Radek und Dietmar Schilff im Gespräch mit "Vorwärts" - Zeitung der deutschen Sozialdemokratie

Link: Interview des bayerischen GdP-Chefs Peter Schall zur Flüchtlingsproblematik mit dem Bayerischen Rundfunk

Link: Jörg Radek im Interview mit Deutschlandradio Kultur (15. August 2015): "GdP-Vize beklagt unwürdige Unterbringung"

Gemeinsam mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel hatte Radek am Donnerstagmittag die Dienststelle der Bundespolizei im Frankfurter Hauptbahnhof besucht und sich vor Ort über die zunehmenden Belastungen durch ankommende Flüchtlinge informiert. Der GdP-Vize sagte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben nicht nur in Frankfurt, sondern auch schon in anderen Bahnhöfen, Gebäudeteile in provisorische Unterkünfte verwandeln müssen, um den Menschen erste humanitäre Hilfe anzubieten.“ Mit jedem ankommenden Zug mit Flüchtlingen werde die Belastungsgrenze jedoch zunehmend überschritten.