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Alles Gute für das neue Jahr!

Am Ende eines Jahres blicken wir zurück auf Erreichtes. Für 2014 können wir das mit Selbstbewusstsein tun. Wir waren gemeinsam angetreten, um die Berufsattraktivität im Bundesamt für Güterverkehr, im Zoll und bei der Bundespolizei zu verbessern. Doch stattdessen forderten schwerpunktmäßig die politischen Vorgaben der Haushaltskonsolidierung unsere Kräfte. Wir haben die Probleme in die Öffentlichkeit getragen, […]

Jörg Radek, Vorsitzender GdP-Bezirk Bundespolizei

Jörg Radek, Vorsitzender GdP-Bezirk Bundespolizei

Am Ende eines Jahres blicken wir zurück auf Erreichtes. Für 2014 können wir das mit Selbstbewusstsein tun. Wir waren gemeinsam angetreten, um die Berufsattraktivität im Bundesamt für Güterverkehr, im Zoll und bei der Bundespolizei zu verbessern. Doch stattdessen forderten schwerpunktmäßig die politischen Vorgaben der Haushaltskonsolidierung unsere Kräfte. Wir haben die Probleme in die Öffentlichkeit getragen, um die Verantwortlichen auf ihre Verpflichtungen hinzuweisen. Mit dieser Diskussion haben wir das dringend notwendige Handeln eingefordert. Gemeinsam ist es uns so gelungen, das Schlimmste abzuwenden. Doch schon in den nächsten Tagen muss unsere Arbeit bei der Haushaltsaufstellung für 2016 weitergehen – und sie wird nicht leichter werden. Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen und braucht ihre eigenen Antworten. Das verleiht der Arbeit unserer Gewerkschaft ihre Dynamik. Was einer Gemeinschaft, die sich den Menschen annimmt, Orientierung gibt, sind ihre Werte. Für die Gewerkschaft ist dies das Streben nach sozialer Gerechtigkeit in einem anspruchsvollen Beruf und darüber hinaus. Wir blicken als arbeitende Menschen in der Polizei über den beruflichen “Tellerrand” und sehen auch deutlich die gesellschaftlichen Zusammenhänge unserer Arbeit. Regierungskunst ist immer das Erkennen der Bedürfnisse aller Menschen in einer Gesellschaft. Doch in einem Land mit Zuwanderung, hat die Politik das Erkennen und auch die Debatte darüber verfehlt. Wir sind ein Zuwanderungsland und wir brauchen die Zuwanderung. Langjährige politische Ignoranz dieses Themas birgt nun die Gefahr, zu gesellschaftlichen Verwerfungen zu führen. Davor haben wir als GdP bereits seit Jahren gewarnt. Mit dem Bewusstsein unserer eigenen Gewerkschaftsgeschichte wissen wir wo unsere Position ist. “Die Gewerkschaften haben schon für Demokratie gekämpft, als es noch wie ein Anschlag auf den Staat wirkte, ein Demokrat zu sein. Die Gewerkschaftsbewegung ist die älteste und die mächtigste Lebenswurzel der Demokratie in Deutschland. Ihre Geschichte ist ein großes, sie ist ein gutes Kapitel der deutschen Geschichte.” Diese Feststellung stammt von Richard von Weizsäcker. Er macht damit deutlich, welche zentrale Bedeutung die Gewerkschaften in den Betrieben, Verwaltungen und Dienststellen in Deutschland haben. Als Teil der Exekutive werden wir jedem Anwerben als “Zeugen” für eine antiparlamentarische Bewegung entgegenstehen. Denn aus dieser Position heraus erwächst ein verantwortungsvoller Umgang mit Wissen um Defizite in der Gesellschaft und in den Dienststellen und einer öffentlichen Debatte darüber.

Es gibt Augenblicke, in denen könnte man meinen, ohnmächtig zu sein. Bei ausgebliebenen Verbesserungen bei räumlichen Situation in einigen Dienststellen oder den Gerechtigkeitslücken. Der Fortschritt ist eine Schnecke bei diesen Themen. Wer nach Lösungen sucht, findet Wege. Jede Suche nach Lösungen ist jedoch davon bestimmt, welches Menschbild von den Beteiligten verinnerlicht ist. Trotz Fürsorgeverpflichtung und Sozialgesetzgebung lässt sich fragen: Wie sozial sind unsere Zeiten? Wonach richtet sich unser Handeln aus? Für uns, die Gewerkschaft der Polizei, steht das Menschliche im Mittelpunkt.

Der Zuspruch für die GdP, Bezirk Bundespolizei, war in diesem Jahr enorm: Im Zoll haben sich so viele AnwärterInnen wie noch nie für uns entschieden. In der Bundespolizei konnten wir rund 80 % der Kolleginnen und Kollegen im ersten Dienstjahr für uns gewinnen. Und das alles, weil die GdP überzeugt. Und weil es Kolleginnen und Kollegen gibt, die sich mit Leidenschaft für diese Gewerkschaft einbringen. Wir stehen für Weiterentwicklung und ein Berufsbild auf der Höhe der Zeit. Ob es die Organisationentwicklung bei der Bundeszollverwaltung oder Fragen der Ausstattung bei der Bundespolizei oder Güterverkehrspolizei ist. Die Haushaltssituation der Bundesverwaltung wird unser Ringen um mehr Attraktivität für alle erschweren, aber nicht unmöglich machen. Auch hier gilt es, hartnäckig zu bleiben und sich nicht vom Weg abbringen zu lassen. Die Wettbewerbsfähigkeit bei Nachwuchsgewinnung bedeutet Zukunftsfähigkeit für den Öffentlichen Dienst, für die Verwaltung und für die Vollzugsbereiche. “Ganzheitlich attraktiv” ist unsere Forderung im Programm “Attraktivität für alle “.

Am Anfang steht die Umsetzung der Entgeltordung. Schon hier werden wir die Gesprächspartner beim Wort nehmen. Am Verhalten unserer Behörden wird abzulesen sein, welche Personalkultur  gelebt wird. Die Rückbesinnung auf die Anfänge der Gewerkschaften erscheint hier besonders wichtig. Es wurde gerungen und es wurde nichts geschenkt. Doch wir bleiben dran!

Seit ihrer Entstehung haben sich Gewerkschaften für die Verbesserung der Arbeitszeiten und der Gesundheitsfürsorge eingesetzt. Dieser Einsatz geht auch im nächsten Jahr weiter. Die Inhalte sind vielfältig.

Zum neuen Jahr wünschen wir uns nicht nur alles Gute, sondern wir werden uns auch gemeinsam dafür einsetzen!

Euer Jörg Radek